Keine Zeit zu sterben

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Lativ » Donnerstag 14. Januar 2021, 22:26

Mara hat geschrieben:
Donnerstag 14. Januar 2021, 21:24

Geht mir ähnlich. Bei mir geht es um das Medium Kino, die große Leinwand, das besondere Ereignis, für den Film an einen Ort zu gehen und sich nur dafür die Zeit zu nehmen. Gruppenerlebnis grundsätzlich auch, aber ich bin so oft in ganz oder weitgehend leeren Vorstellungen, dass das irgendwie nicht passt...

Das fällt alles bei Netflix und anderen Streamingdiensten aber auf jeden Fall weg, so dass (auch abgesehen davon, dass Abos sich für mich aufgrund Zeitmangels nicht lohnen und ich das auch so wenig wie möglich finanziell unterstützen will) für die allermeisten Filme nicht von Interesse ist, sie dann sofort im Internet zu sehen. Das kann dann auch bis zur DVD oder Fernsehausstrahlung warten.

Umgekehrt würde ich aber einen interessanten Film, der schon an Streamer verscherbelt wurde, ja sogar wenn er schon auf DVD erhältlich ist, trotzdem noch im Kino ansehen, wenn er dort doch noch kommen würde. Wird aber nicht passieren, weil ich wahrscheinlich so ziemlich die einzige wäre, die das täte. ;)

Mara
Kann dir da nur Kopfnickend zustimmen bei dem was du schreibst, seh das nicht anders.

Zum letzten Satz, da täuscht du dich gewaltig, als damals 'Roma' im Passage lief war die Vorstellung sehr gut Besucht und würde 'The Irishman' auf Deutsch im Kino laufen würde ich ihm auf jedenfall einen Besuch abstatten auch wenn das sonst nicht mein Genre ist, und viele andere davon bin ich überzeugt täten dies auch um nur ein beispiel zu nennen.

Mara hat geschrieben:
Donnerstag 14. Januar 2021, 21:24

Final kommt dann der schritt wie in der Matrix, kabel in Kopf und dann per Gedankenkontrolle auswählen.
Hast noch was vergessen: Die Bilder werden direkt ins Hirn projiziert, so dass Homo faulensis digitalensis noch nichtmal die Augen aufhalten muss! :mrgreen:

Mara
:mrgreen:

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Mara » Sonntag 17. Januar 2021, 22:52

Lativ hat geschrieben:
Donnerstag 14. Januar 2021, 22:26
Zum letzten Satz, da täuscht du dich gewaltig, als damals 'Roma' im Passage lief war die Vorstellung sehr gut Besucht und würde 'The Irishman' auf Deutsch im Kino laufen würde ich ihm auf jedenfall einen Besuch abstatten auch wenn das sonst nicht mein Genre ist, und viele andere davon bin ich überzeugt täten dies auch um nur ein beispiel zu nennen.
Das sind natürlich auch zwei sehr besondere Filme, die die Liebhaber und Cineasten anziehen, die immer die Möglichkeit der großen Leinwand wahrnehmen, auch wenn sie dafür eine weitere Anfahrt etc. in Kauf nehmen müssen. Außerdem war / wäre bei beiden wohl die Zahl der Vorstellungen, die sie gefüllt haben oder füllen würden, ziemlich überschaubar.

Ich dachte eher an etwas mainstreamigere Filme und einen breiteren Start. Von meiner Filmliste betrifft die Streaming-Abwanderung z. B. Neues aus der Welt.

Andererseits, wenn ich an mein Umfeld denke, eher ältere Generation und mit Streaming nicht viel am Hut, die würden das möglicherweise kaum bis gar nicht mitbekommen, dass ein Film zwischendurch online zu sehen war :lol: und sich erst recht nicht extra ein Abo zulegen, sondern würden einfach ins Kino gehen, wenn sie ihn dann irgendwann im Programm entdecken.

Vielleicht wäre es also in der Tat den Versuch wert, die bereits gestreamten Filme doch noch einmal ins Kino zu bringen, wenn es wieder möglich ist. Aber das würde natürlich mehr Offenheit und Bereitschaft zum Nebeneinander von beiden Seiten erfordern, und ob das bei dem von der Pandemie verschärften Gefälle (Kinos noch mehr in der Defensive, Streamer noch dominanter) möglich ist...

Mara
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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von arni75 » Montag 18. Januar 2021, 08:48

Inzwischen wurde die strenge Exklusivität von Auswertungskanälen teilweise aufgegeben und Netflix veröffentlicht teilweise auf BD oder Serien werden ein Jahr nach Pay-TV im Free-TV ausgestrahlt, weil dessen (alte) Zielgruppe gar nicht weiß, dass es nichts Neues ist. Ich werde auch keine weiteren Abos abschließen, sondern ggf. selektiv kaufebn oder leihen, wenn dies bei interessanten Titeln möglich ist. Die ersten Bundle-Geschäftsmodelle, welche viele Abos vereinen, sind auch schon auf dem Markt - erinnert an die Kabelsender, die in den 80er und 90er Jahren diese Funktion erfüllten. Viele Menschen sind einfach Gewohnheitstiere oder zu bequem.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Mara » Dienstag 19. Januar 2021, 20:41

arni75 hat geschrieben:
Montag 18. Januar 2021, 08:48
Inzwischen wurde die strenge Exklusivität von Auswertungskanälen teilweise aufgegeben und Netflix veröffentlicht teilweise auf BD oder Serien werden ein Jahr nach Pay-TV im Free-TV ausgestrahlt, weil dessen (alte) Zielgruppe gar nicht weiß, dass es nichts Neues ist.
Stimmt, ich war in letzter Zeit auch mehrfach überrascht, Serien, mit denen ich im Free-TV nie gerechnet hätte, plötzlich im Programm, etwa bei one oder neo, zu finden. Und gerade vor ein paar Tagen, dass Picard auf DVD/BluRay herausgekommen ist. Da dachte ich auch, dass Amazon da ewig draufsitzen wird, wie bei so manch anderer Serie.

Ich bin generell ja der Meinung, dass die Veröffentlichung / Verfügbarmachung von Inhalten über verschiedene Medien die Chancen und das Potenzial erhöht, mehr Menschen zu erreichen und somit mehr Geld einzunehmen, statt zu Verlusten führt. Deswegen finde ich die "Du guckst bei mir oder gar nicht"-Taktik der Streamingdienste ja (neben ärgerlich) auch so albern.

Wenn es hier tatsächlich nach und nach zu immer mehr Öffnung käme, wäre mein heiliger Zorn :mrgreen: auf die Streamer gleich schon etwas abgemildert.

Mara

PS: Entschuldigung übrigens für das Off-Topic. Bisher hat ja keiner geschimpft. :oops:
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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Invincible1958 » Dienstag 19. Januar 2021, 23:17

Mara hat geschrieben:
Dienstag 19. Januar 2021, 20:41
Ich bin generell ja der Meinung, dass die Veröffentlichung / Verfügbarmachung von Inhalten über verschiedene Medien die Chancen und das Potenzial erhöht, mehr Menschen zu erreichen und somit mehr Geld einzunehmen, statt zu Verlusten führt.
Und genau deshalb macht es bei großen Filmen auch immer noch Sinn, die alte Reihenfolge der Mehrfachverwertung beizubehalten:

1. Kino
2. Stream
3. Blu-Ray/DVD
4. Pay-TV
5. Free-TV

Gleich mit dem Stream zu starten verschenkt die Kinoauswertung zu 100%. Und das Geld, was man sonst durch Kino UND Stream reinholt, wird auch kein Bondfilm allein durch einen Streaming-Deal wieder reinholen.
Dazu kommt, dass ein Film, der nicht im Kino zum Hit wurde, und somit viel mehr "Legenden-Status" erreicht, wird später auch weniger auf Blu-Ray gekauft.
Sprich: von einem Bondfilm, der zuvor 5 Mio Menschen in Deutschland ins Kino gelockt hat, werden auch hunderttausende Blu-Rays verkauft. Von einem Bondfilm, der direkt im Stream gelandet ist, werden später bestimmt auch Blu-Rays verkauft, aber nicht in der Masse wie üblich.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Taipan » Mittwoch 20. Januar 2021, 06:51

Also Spectre hat am Ende 98 Mio USD Profit gemacht.

https://deadline.com/2016/03/spectre-pr ... 201723528/

Darin enthalten sind ca. 160 Mio Einnahmen aus Home Entertainment und ca. 50 Mio. Streaming Einnahmen. Dem ggü stehen Kinoveröffentlichungskosten iHv 140 Mio USD. Selbst wenn man sagen würde, dass die Home Entertainment Einnahmen auf 10 % fallen, wenn es zuerst einen Stream geben würde (was mMn unrealistisch ist und zusätzlich würden auch die Home Entertainment Kosten proportional sinken, in diesem Fall also um 90 % = ca. 50 Mio. ) würden sich Kino Release Kosten und Blue Ray / DVD Einnahmen gegenseitig aufheben.

Bei einem direkten Verkauf ans Streaming wären die 50 Mio. Streaming Einnahmen ja bereits enthalten. Auf der anderen Seite bräuchten auch keine Back Ends iHv 72 Mio gezahlt werden. Um also den gleichen Profit wie bei Spectre zu erzielen, wäre der Preis Pi/Daumen 250 Mio Kosten + 100 Mio Profit + 50 Mio entgangene Streamingeinnahmen - 70 Mio. Participations = 330 Mio. (minus das was bei der im ersten Absatz genannten Verrechnung von Releasekosten und Home Entertainment Einnahmen und Kosten rauskommen würde)

Genau der Preis, den Netflix oder Apple in einem Bieterwettstreit am Ende womöglich sogar gezahlt hätten. Anstatt das Geld zu nehmen und dabei völlig risikofrei (der Film könnte ja auch weniger als die 880 Mio. von Spectre einspielen) 100 Mio. cash einzustreichen, verlangt MGM halt 600 Mio, weil sie nicht rechnen können und zu gierig sind (deswegen gehen sie ja auch immer wieder Pleite) und sitzen nun auf den Zinsen iHv 1 Mio USD pro Monat bis zum Sanktnimmerleinstag fest.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Invincible1958 » Mittwoch 20. Januar 2021, 10:20

Taipan hat geschrieben:
Mittwoch 20. Januar 2021, 06:51
Anstatt das Geld zu nehmen und dabei völlig risikofrei (der Film könnte ja auch weniger als die 880 Mio. von Spectre einspielen) 100 Mio. cash einzustreichen, verlangt MGM halt 600 Mio, weil sie nicht rechnen können und zu gierig sind (deswegen gehen sie ja auch immer wieder Pleite) und sitzen nun auf den Zinsen iHv 1 Mio USD pro Monat bis zum Sanktnimmerleinstag fest.
MGM hat hier nicht das Sagen.
Das letzte Wort hat EON.
Und Barbara Broccoli soll ja not amused gewesen sein, dass MGM ohne ihr Wissen getestet habe, was Streaminganbieter bereit wären zu zahlen.

In deinem verlinkten Artikel steht, dass EON (Danjaq) $50 Mio gemacht hat, unabhängig der $98 Mio von MGM/Sony.

Für die Rechnung müsste man $150 Mio rausbekommen, damit EON die gleiche Summe wie bei Spectre erhält.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Taipan » Donnerstag 21. Januar 2021, 04:48

Ja ich weiß, dass EON über der 50 % Marke an Eigentumsrechten steht.

Die 50 Mio., die sie gemacht haben, sind ja der Grund warum sie an einer Kinoauswertung festhalten, da es sich um deren Umsatzbeteiligung handelt, die bei einem Auslassen der Kinoverwertung weggefallen wären ("First Dollar gross participation" im Artikel). Die 50 Mio. sind in der Rechnung in den Participations enthalten und würden bei einem direkten Stream folglich nicht gezahlt werden. Back-Ends gibt es bei Streaming Produktionen nicht.

Generell sind natürlich insbesondere Bond Filme aufgrund der komplizierten Rechteverteilung und dem ganzen Product Placement kein perfektes Beispiel. Die Rechnung sollte nur veranschaulichen, dass durch die direkte Kinobewertung bei weitem nicht so viel Geld eingenommen wird, wie die allgemein angenommenen 50 % des Gesamteinspiels.

Nimmt man an, dass alle anderen Kosten und Einnahmen gleichbleiben, ergibt sich aus der reinen Kinoauswertung folgender Profit bei Spectre:
Rentals 364,9 Mio. (= 41,4 % des Gesamteinspiels) minus Veröffentlichungskosten 141 Mio. minus Participations 72 Mio. = 151,9 Mio. Gewinn (= 17,25 % des Gesamteinspiels)

150 Mio. plus x Einnahmen aus Streaming Rechten bei "normaler" Verwertung + x für entgangene Back-Ends (siehe 10 Mio. für Gal Gadot und Patty Jenkinse bei Wonder Woman). Gibt man denen genug, schwindet deren "Liebe zum Kino" auch ganz schnell.

Man bekommt also selbst bei einem Blockbuster mit 880 Mio. Einspiel die ausgefallenen Kinoeinnahmen durch einen guten Streamingdeal wieder rein.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Invincible1958 » Donnerstag 21. Januar 2021, 10:36

Taipan hat geschrieben:
Donnerstag 21. Januar 2021, 04:48
Man bekommt also selbst bei einem Blockbuster mit 880 Mio. Einspiel die ausgefallenen Kinoeinnahmen durch einen guten Streamingdeal wieder rein.
Jetzt kommt aber noch ein Thema hinzu, über das hier auch schon diskutiert wurde:
Der Wert der Marke Bond, wenn der letzte Film ein "Direct to Stream"-Release war.

Gefühlt ist so ein Franchise nicht mehr so groß, wenn der letzte Teil keine Kinoauswertung erlebt hat. Pandemie hin oder her.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Invincible1958 » Freitag 22. Januar 2021, 10:41

Ob Anfang Oktober schon wieder weltweite Vorstellungen ohne Abstand möglich sein werden? Und Red -Carpet-Events?

Wenn nicht, dann war das sicherlich nicht die letzte Verschiebung.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von arni75 » Freitag 22. Januar 2021, 12:11

Zumindest wird der Abstand zum nächsten Bond-Film dadurch kürzer.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Invincible1958 » Freitag 22. Januar 2021, 12:36

arni75 hat geschrieben:
Freitag 22. Januar 2021, 12:11
Zumindest wird der Abstand zum nächsten Bond-Film dadurch kürzer.
;-)

Man könnte auch den nächsten Film drehen, ihn ins Kino bringen UND DANN im Anschluss Keine Zeit zu sterben veröffentlichen.
Dann hätte man einen Minus-Abstand zwischen den Beiden.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Lativ » Freitag 22. Januar 2021, 21:22

Bleibe dabei, ohne Termin ist besser, das jetzt wirkt doch unglaubwürdig dieses immer wieder verschieben. Die aktuelle Lage beobachten und dann entsprechend Planen.
Wenn Kinos ohne Einschränkung laufen könnte man sagen, ab jetzt in drei Monaten ist es soweit, falls diese Vorlaufzeit genügt.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Invincible1958 » Freitag 22. Januar 2021, 22:50

Lativ hat geschrieben:
Freitag 22. Januar 2021, 21:22
Bleibe dabei, ohne Termin ist besser, das jetzt wirkt doch unglaubwürdig dieses immer wieder verschieben. Die aktuelle Lage beobachten und dann entsprechend Planen.
Wenn Kinos ohne Einschränkung laufen könnte man sagen, ab jetzt in drei Monaten ist es soweit, falls diese Vorlaufzeit genügt.
Da rennst du bei mir offene Türen ein.
Aber dann haben sie wohl Pech, dass in drei Monaten von dann kein Termin frei ist.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Lativ » Samstag 23. Januar 2021, 14:58

Invincible1958 hat geschrieben:
Freitag 22. Januar 2021, 22:50
Lativ hat geschrieben:
Freitag 22. Januar 2021, 21:22
Bleibe dabei, ohne Termin ist besser, das jetzt wirkt doch unglaubwürdig dieses immer wieder verschieben. Die aktuelle Lage beobachten und dann entsprechend Planen.
Wenn Kinos ohne Einschränkung laufen könnte man sagen, ab jetzt in drei Monaten ist es soweit, falls diese Vorlaufzeit genügt.
Da rennst du bei mir offene Türen ein.
Aber dann haben sie wohl Pech, dass in drei Monaten von dann kein Termin frei ist.
Naja man ist doch Flexibel, eine Lücke findet sich, ganz sicher und ehrlich gesagt ist Bond ein Platzhirsch, da werden einige platz machen.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Mara » Sonntag 24. Januar 2021, 23:01

Invincible1958 hat geschrieben:
Dienstag 19. Januar 2021, 23:17
Und genau deshalb macht es bei großen Filmen auch immer noch Sinn, die alte Reihenfolge der Mehrfachverwertung beizubehalten:
Das sowieso, ich bezog das aber auch auf Produktionen, die von vorneherein für das Streaming gemacht wurden. Das bisherige System gibt den Streamern so viel Kontrolle, bei der ich mich einfach unwohl fühle. Insbesondere, dass sie zum einen immer wissen, wer, wann, was, wie lange angeschaut hat, aber auch, dass sie bestimmen können, wann etwas von niemandem mehr gesehen werden darf, indem es dann einfach offline genommen wird.

Invincible1958 hat geschrieben:
Donnerstag 21. Januar 2021, 10:36
Gefühlt ist so ein Franchise nicht mehr so groß, wenn der letzte Teil keine Kinoauswertung erlebt hat. Pandemie hin oder her.
Das bringt mich auf den Gedanken, ob und inwieweit Streaming überhaupt etwas groß machen (oder erhalten) kann, oder ob die Dienste nur von Namen, Marken etc. profitieren, die anderweitig – über Kino oder Fernsehen – groß gemacht wurden. :ponder:

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Invincible1958 » Montag 25. Januar 2021, 00:01

Mara hat geschrieben:
Sonntag 24. Januar 2021, 23:01
Invincible1958 hat geschrieben:
Donnerstag 21. Januar 2021, 10:36
Gefühlt ist so ein Franchise nicht mehr so groß, wenn der letzte Teil keine Kinoauswertung erlebt hat. Pandemie hin oder her.
Das bringt mich auf den Gedanken, ob und inwieweit Streaming überhaupt etwas groß machen (oder erhalten) kann, oder ob die Dienste nur von Namen, Marken etc. profitieren, die anderweitig – über Kino oder Fernsehen – groß gemacht wurden. :ponder:
Das ist die Frage.

Wenn es eine Umfrage zu den besten Filmen der letzten 10 Jahre gäbe, wieviele reine Streaming-Produktionen, die nie im Kino liefen, werden dann genannt?
Das ist ähnlich wie mit dem Vergleich Kino/TV-Produktion.
Wenn man nach den besten deutschen Filmen der letzten 10 Jahre fragen würde, wieviele Fernsehfilme werden von den Befragten dann genannt? Und wieviele Kinofilme?
Wäre mal interessant zu erforschen wie stark ein Film bei jemandem haften bleibt, wenn der über Monate in den Kinos lief und womöglich auch dort zum ersten Mal gesehen wurde - im Vergleich zu einem Film, der nur zuhause geguckt wurde.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von student a.d. » Montag 25. Januar 2021, 01:03

Invincible1958 hat geschrieben:
Montag 25. Januar 2021, 00:01
Mara hat geschrieben:
Sonntag 24. Januar 2021, 23:01
Invincible1958 hat geschrieben:
Donnerstag 21. Januar 2021, 10:36
Gefühlt ist so ein Franchise nicht mehr so groß, wenn der letzte Teil keine Kinoauswertung erlebt hat. Pandemie hin oder her.
Das bringt mich auf den Gedanken, ob und inwieweit Streaming überhaupt etwas groß machen (oder erhalten) kann, oder ob die Dienste nur von Namen, Marken etc. profitieren, die anderweitig – über Kino oder Fernsehen – groß gemacht wurden. :ponder:
Das ist die Frage.

Wenn es eine Umfrage zu den besten Filmen der letzten 10 Jahre gäbe, wieviele reine Streaming-Produktionen, die nie im Kino liefen, werden dann genannt?
Das ist ähnlich wie mit dem Vergleich Kino/TV-Produktion.
Wenn man nach den besten deutschen Filmen der letzten 10 Jahre fragen würde, wieviele Fernsehfilme werden von den Befragten dann genannt? Und wieviele Kinofilme?
Wäre mal interessant zu erforschen wie stark ein Film bei jemandem haften bleibt, wenn der über Monate in den Kinos lief und womöglich auch dort zum ersten Mal gesehen wurde - im Vergleich zu einem Film, der nur zuhause geguckt wurde.
Das ist alles eine Sache der Gewöhnung und Wertzuschreibung.

Kino wird als Event wahrgenommen, dass man sich "extra" leistet und daher automatisch bewusster konsumiert wird und daher eher im Kopf bleibt. TV wiederum gibt es "automatisch".

Nicht umsonst beklagte sich Henry Hübchen im Interview mir gegenüber Mal, dass die Leute immer nur über seine Kino-Filme sprechen wollen, aber nicht über seine TV-Sachen obwohl die oftmals mindestens genau so gut seien.

Und hinsichtlich Streamingsdienste beste Filme: Da wird es zum Teil darauf ankommen, welche Zielgruppe man fragt. Wenn du Leute fragst, die Kino und Netflix nutzen, dann wirst du sicher genug Personen finden, die dir zB netflix-produktionen nennen könnten, die sie super fanden und zu den besten der letzten Jahre gehörten.
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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Taipan » Montag 25. Januar 2021, 08:02

Mara hat geschrieben:
Sonntag 24. Januar 2021, 23:01
Das bringt mich auf den Gedanken, ob und inwieweit Streaming überhaupt etwas groß machen (oder erhalten) kann, oder ob die Dienste nur von Namen, Marken etc. profitieren, die anderweitig – über Kino oder Fernsehen – groß gemacht wurden. :ponder:
Klar gibt es das. Natürlich genauso wenig Originalstoffe, die im Fernsehen oder Kino einen Durchbruch hatten und nicht von bereits existierenden Namen, Marken etc. profitieren.

Innerhalb der letzten fünf Jahre (der Streaming Markt ist einfach noch sehr jung) gab es eigentlich keinen Originalstoff, der einen vergleichbaren Impact in der Popkultur hatte wie Stranger Things.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Invincible1958 » Montag 25. Januar 2021, 08:14

Taipan hat geschrieben:
Montag 25. Januar 2021, 08:02
Mara hat geschrieben:
Sonntag 24. Januar 2021, 23:01
Das bringt mich auf den Gedanken, ob und inwieweit Streaming überhaupt etwas groß machen (oder erhalten) kann, oder ob die Dienste nur von Namen, Marken etc. profitieren, die anderweitig – über Kino oder Fernsehen – groß gemacht wurden. :ponder:
Klar gibt es das. Natürlich genauso wenig Originalstoffe, die im Fernsehen oder Kino einen Durchbruch hatten und nicht von bereits existierenden Namen, Marken etc. profitieren.

Innerhalb der letzten fünf Jahre (der Streaming Markt ist einfach noch sehr jung) gab es eigentlich keinen Originalstoff, der einen vergleichbaren Impact in der Popkultur hatte wie Stranger Things.
Mir ging es einzig und allein um das Erzählformat "Film", nicht Serie.
Dass das serielle Erzählen im Streamimg 1a ist, bestreitet wohl kaum jemand.

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Taipan » Montag 25. Januar 2021, 08:46

Invincible1958 hat geschrieben:
Montag 25. Januar 2021, 08:14
Taipan hat geschrieben:
Montag 25. Januar 2021, 08:02
Mara hat geschrieben:
Sonntag 24. Januar 2021, 23:01
Das bringt mich auf den Gedanken, ob und inwieweit Streaming überhaupt etwas groß machen (oder erhalten) kann, oder ob die Dienste nur von Namen, Marken etc. profitieren, die anderweitig – über Kino oder Fernsehen – groß gemacht wurden. :ponder:
Klar gibt es das. Natürlich genauso wenig Originalstoffe, die im Fernsehen oder Kino einen Durchbruch hatten und nicht von bereits existierenden Namen, Marken etc. profitieren.

Innerhalb der letzten fünf Jahre (der Streaming Markt ist einfach noch sehr jung) gab es eigentlich keinen Originalstoff, der einen vergleichbaren Impact in der Popkultur hatte wie Stranger Things.
Mir ging es einzig und allein um das Erzählformat "Film", nicht Serie.
Dass das serielle Erzählen im Streamimg 1a ist, bestreitet wohl kaum jemand.
Ich glaube, dass es für das Format Film einfach noch zu früh ist, um die Streaming Dienste zu bewerten. Vor zehn Jahren gab es eben noch gar keinen Dienst. Netflix hat seit 2015 ca. 200 Eigenproduktionen angeschoben und die anderen Dienste (Amazon, Disney+, Apple) zusammen vielleicht nochmal 30 oder so und HBO auch in dieser Größenordnung. Das ist insgesamt gesehen ja nichtmal die Hälfte der Anzahl an Filmen, die pro Jahr ins Kino gegossen werden. Sowohl im Kino als auch beim Streaming ist das Meiste davon Schrott.

Wenn ich mir meine imdb Bewertungen von Filmen der letzten fünf Jahre anschaue, Franchise Produkte ausklammere und eine Top Ten vom Rest aufstelle, reichen bei mir die Stoffe, die ich mit mindestens 9/10 bewertet habe nichtmal aus, um eine Top Ten zu erstellen. Gehe ich auf 8/10 runter, dann kommen Kinofilme auf sieben Produktionen (Tenet, The Revenant, Once Upon a Time in Hollywood, 1917, Zoomania, Ruf der Wildnis, Passengers) und Streaming, bzw HBO auf drei (Chernobyl, Die zwei Päpste, Jardotville), wobei Chernobyl ja mit einer Laufzeit von 330 Minuten ein Grenzfall ist, für mich als abgeschlossene Geschichte jedoch durchaus zählt. Das spiegelt dann in etwa das Verhältnis der vorhandenen Produktionen wieder. Nr. 1 und Nr. 2 wäre bei mir sogar mit jeweils einer Produktion vertreten (The Revenant und Chernobyl zusammen mit Tenet die einzigen 9er, die ich hätte).

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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Mara » Montag 25. Januar 2021, 22:20

Vielen Dank für all die interessanten Beiträge zu dem Thema!

Um das klarzustellen: Ich meinte mit "groß" nicht, was irgendjemand super findet oder hoch bewertet, sondern Zugpferde, die allein für sich ausreichen, um beim nächsten Mal wieder jede Menge Zuschauer anzuziehen.

Als Schauspieler also etwa Tom Cruise, als Marke Star Wars und als Regisseur – da The Irishman schon hier genannt wurde – Martin Scorsese.

Es stimmt, dass Fernsehfilme nicht den gleichen Stellenwert – und eben meist auch nicht die Qualität – haben wie Kinofilme, aber auch da gibt es insbesondere Mehrteiler und Serien auch aus dem "klassischen" Fernsehen, die sich nicht verstecken müssen. Und auch da gibt es große Marken und Namen, wenn auch etwas anders gelagert als beim Kino, z. B. der Tatort oder (insofern besonders passend, weil die Serie vom TV ins Streaming gewandert ist) Pastewka.

Klar, Stranger Things ist natürlich sogar mir ein Begriff ;), aber ich weiß nicht, ob das denselben Stellenwert hat oder genauso "funktioniert" wie in anderen Medien. Mir scheinen das eher Einmal-Phänomene, "Glückstreffer" zu sein. Ja, vielleicht braucht Streaming auch einfach noch länger, um dahin zu kommen. Aber ich habe den Verdacht, dass es auch ein grundlegendes Problem ist, weil es zu schnelllebig, zu oberflächlich und zu individualistisch-verzweigt ist.

Eher scheinen mir im Streaming Kopien von Sachen versucht zu werden, die gut gelaufen sind, gehypt als "das neue XYZ", die aber natürlich schlechter sind und dann auch entsprechend untergehen, womit dann die jeweilige Linie auch "stirbt".

Mara
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Taipan
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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Taipan » Donnerstag 28. Januar 2021, 06:54

Mara hat geschrieben:
Montag 25. Januar 2021, 22:20
Um das klarzustellen: Ich meinte mit "groß" nicht, was irgendjemand super findet oder hoch bewertet, sondern Zugpferde, die allein für sich ausreichen, um beim nächsten Mal wieder jede Menge Zuschauer anzuziehen.

Als Schauspieler also etwa Tom Cruise, als Marke Star Wars und als Regisseur – da The Irishman schon hier genannt wurde – Martin Scorsese.
Solche wirklich großen Dinge passieren ja aber generell ziemlich selten und je weiter die Zeit voranschreitet, werden diese Zugpferde immer seltener, da es immer schwieriger und riskanter wird, Geld in eine neue IP zu stecken. Nicht umsonst sind Deine Beispiele ja aus den 70ern und 80ern, geschrieben in einem Internet Thema über den 25. Teil einer Filmserie aus den 60ern ;)

Oder hast Du ein Beispiel aus den letzten 10 Jahren, in denen Originalstoffe im Kino dieses Zugpferd gewesen wären? Die einzigen, die mir einfallen, sind Pixar und Disney Animationsfilme und in weit abgespeckter Form der jeweils neue Film von Nolan, der durch ein Franchise berühmt wurde, und Tarantino, der seinen Durchbruch ebenfalls bereits Anfang der 90er hatte. Als wirkliches Zugpferd fällt mir nur Die Eiskönigin ein, aber Disney ist ja eigentlich auch ein Quasi Franchise (genau wie Pixar).

Ich glaube eher, dass Streaming das Potenzial hat, mehr solcher neuen Zugpferde zu generieren als es das Kino hat. Dadurch, dass ein Film nicht dazu verdammt ist, direkt Einnahmen zu generieren und somit nicht floppen kann, ergibt sich die Möglichkeit mehr auszuprobieren. Irishman und Roma wären ja (nach Aussage von Scorsese und Cuaron) als Studioproduktion fürs Kino nie zustande gekommen und das bei der Vita der jeweiligen Herren.
Mara hat geschrieben:
Montag 25. Januar 2021, 22:20
Eher scheinen mir im Streaming Kopien von Sachen versucht zu werden, die gut gelaufen sind, gehypt als "das neue XYZ", die aber natürlich schlechter sind und dann auch entsprechend untergehen, womit dann die jeweilige Linie auch "stirbt".
Also so wie Star Crash von 1978 zb? ;)

arni75
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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von arni75 » Donnerstag 28. Januar 2021, 08:22

Zugpferde sind sehr schwer zu generieren, wenn die Interessen und Kanäle so zahlreich sind. Der „Gassenhauer“ war nur möglich, weil die Leute damals nur 1-2 Sender empfangen konnten, die Quoten von „Wetten Dass“ schafft heute höchstens ein Live-Event mit nationalem Charakter (WMFinale mit dt. Beteiligung) oder ein Phänomen wie „Titanic“ oder Avatar“, welche ist nicht als Franchise bezeichnen würde. Die Streamer produzieren auch viele tolle Inhalte, nur können diese niemals so eine Verbreitung in kurzer Zeit erreichen, da die Konkurrenz und Marktaufteilung viel zu hoch ist.

Mara
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Re: Keine Zeit zu sterben

Beitrag von Mara » Sonntag 7. Februar 2021, 23:48

Sorry, hat etwas länger gedauert mit der Antwort...

Taipan hat geschrieben:
Donnerstag 28. Januar 2021, 06:54
Dadurch, dass ein Film nicht dazu verdammt ist, direkt Einnahmen zu generieren und somit nicht floppen kann, ergibt sich die Möglichkeit mehr auszuprobieren.
Das halte ich für einen Trugschluss. Natürlich kann ein Film im Streaming nicht in dem Sinne floppen, dass er nicht genug Einnahmen generiert, weil der einzelne Film gar keine direkten Einnahmen generiert. Man wird aber mit Sicherheit sehr genau ein Auge darauf haben, was wie oft gesehen wird und insbesondere, was Neu-Abonnenten anzieht (oder was Bestands-Abonnenten zu Zuzahlungen bewegt), und danach entscheiden, was erfolgreich ist und weiter finanziert wird und was eben nicht.

Es herrscht im Moment natürlich schon eine Art Goldgräber-Stimmung, von der ich aber nicht glaube, dass sie nachhaltig ist und somit anhalten kann und wird. Ich denke, es wird derzeit ordentlich zugebuttert, man übernimmt sich bewusst. Streaming ist gerade in der zweiten Phase einer Entwicklung, wie sie typisch für ein neues Medium ist: In der ersten Phase läuft es wie von selbst, weil automatisch Konsumenten zuströmen, denen die althergebrachten Medien nichts mehr bieten können. In der zweiten Phase geht es dann darum, zum einen diese Erst-Kunden zu halten, indem man ihnen mehr von dem bietet, was ihnen bisher gefallen hat. Zum anderen aber auch in direkte Konkurrenz zu den alten Medien zu treten, indem man neue Vorstöße in die Interessensbereiche von deren bisherigen Konsumenten macht (also beispielsweise anspruchsvolle, preisverdächtige Eigentlich-Kino-Filme herausbringt).

Deswegen wird derzeit viel experimentiert, aber nicht aus altruistischen Gründen, nicht um die Kunst und die Vielfalt zu fördern und Projekten eine Chance zu geben, für die die "knauserigen" Alt-Medien keine Mittel übrighaben. Sondern um auszuloten, wo noch etwas herauszukitzeln ist.

Sobald sich das konsolidiert hat, eine Sättigung eingetreten ist und noch dazu der Kuchen unter einer deutlich gewachsenen Zahl von Anbietern aufgeteilt werden muss, wird es nicht mehr möglich sein, mit dem Geld so um sich zu werfen. Man wird dann erheblich herunterfahren müssen, genauso "knauserig" werden wie die Etablierten und dabei vorwiegend auf bewährte Pferde setzen, von denen man weiß, dass sie die Abonnenten zumindest halten.

Es kann ja schon rechnerisch gar nicht hinkommen, dass bei Streaming so extrem viel mehr Geld zur Verfügung steht als bei Kino, insbesondere, wenn man es in Relation zur Produktionsminute setzt. Schließlich kann der Kunde für einen Monats-Abo-Preis, der im Bereich oder unter dem durchschnittlichen Kinoticketpreis liegt, tausende Stunden Material ansehen (und erwartet auch, dass ihm monatlich umfangreich Neuheiten angeboten werden), während es beim Kinobesuch nur 90-120 Minuten sind. Selbst wenn man verrechnet, dass bei Kino Zusatzkosten für Infrastruktur, Werbung und "Zwischenhändler" anfallen, die beim Streaming allesamt nicht nötig sind, sollte sich das letztlich in etwa ausgleichen.

arni75 hat geschrieben:
Donnerstag 28. Januar 2021, 08:22
Zugpferde sind sehr schwer zu generieren, wenn die Interessen und Kanäle so zahlreich sind. Der „Gassenhauer“ war nur möglich, weil die Leute damals nur 1-2 Sender empfangen konnten, die Quoten von „Wetten Dass“ schafft heute höchstens ein Live-Event mit nationalem Charakter (WMFinale mit dt. Beteiligung) oder ein Phänomen wie „Titanic“ oder Avatar“, welche ist nicht als Franchise bezeichnen würde. Die Streamer produzieren auch viele tolle Inhalte, nur können diese niemals so eine Verbreitung in kurzer Zeit erreichen, da die Konkurrenz und Marktaufteilung viel zu hoch ist.
Genau das meinte ich mit der verkürzten Formulierung "individualistisch-verzweigt". Die Frage ist halt, wie wird sich das auswirken, wenn erst einmal eine Generation mit diesem System aufgewachsen ist. Wenn nicht mehr gezehrt werden kann von den Effekten der "Beschränkung" und erzwungenen Gleichzeitigkeit, die Kino und das lineare Fernsehen (selbst noch in Zeiten mit Dutzenden Privatsendern) mit sich bringen und so dazu führen, dass sich die Aufmerksamkeit fokussiert und daraus eben allgemein bekannte und beliebte Stars und Marken entstehen können.

Werden sich andere Wege der Kundengewinnung und Kundenbindung finden oder wird das System implodieren, weil auf der "quasi-individuellen" Ebene, auf der konsumiert wird, irgendwann überhaupt keine Finanzierungen mehr möglich sind?


Immerhin interessant, wie ich auch im Golden Globe-Thread geschrieben habe: Der an Netflix verkaufte "Neues aus der Welt" bekommt in Deutschland Autokino-Vorstellungen. :Up: Ein kleiner Testballon, ob eine Parallel-Existenz funktionieren kann.

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