Netflix

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Re: Netflix

Beitrag von Taipan » Montag 7. Februar 2022, 07:29

Mara hat geschrieben:
Sonntag 6. Februar 2022, 21:01
Was ich sage ist, dass sie möglicherweise zu selten ein dauerhaftes Abo eingehen, weil es sich für sie im Gegensatz zu den weniger anspruchsvollen Zuschauern schlicht nicht lohnt.

Schauen wir mal, was ein Dauerabo so richtig lohnenswert macht: Wenn man für das Geld möglichst oft und möglichst viel Zeugs anschaut, ggf. auch nur nebenbei und um sagen zu können, dass man den neuesten Hype der Woche "gesehen" hat.

Und was machen anspruchsvolle Filmliebhaber in der Regel? Ausgewählt und konzentriert Filme schauen. Für sie macht es also wesentlich mehr Sinn, zu warten, bis sich einige interessante Filme angesammelt haben und sich dann mal einen Netflix-Monat zu nehmen, um sie in Ruhe anzuschauen. Dabei kommt aber natürlich wesentlich weniger an zusätzlichen Einnahmen rüber.
Das ist aber falsch gerechnet.

Ein Netflix Abo in DVD Qualität kostet 8 Euro pro Monat und ist damit deutlich günstiger als praktisch jede DVD, die es gibt. Ein Abo in Blu Ray Qualität kostet 13 Euro und ist damit ebenfalls günstiger als die Blu Ray zu kaufen. Disney+ ist noch günstiger: 9 Euro pro Monat und dabei so gut wie alle aktuellen Inhalte in 4K, Dolby Atmos und Dolby Vison.

Nehmen wir zB Nomadland: Bei Amazon kostet die DVD 14 und die Blue Ray 16 Euro. Bei Disney+ kostet der Film 9 Euro.

Netflix oder Disney+ lohnen sich preislich bereits wenn man nur einen einzigen Film im Monat schaut.

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Re: Netflix

Beitrag von arni75 » Montag 7. Februar 2022, 11:00

Du vergleichst den Kaufpreis eines physischen Datenträgers mit dem Leihpreis für einen Monat beim Streamer?

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Re: Netflix

Beitrag von student a.d. » Montag 7. Februar 2022, 14:21

arni75 hat geschrieben:
Montag 7. Februar 2022, 11:00
Du vergleichst den Kaufpreis eines physischen Datenträgers mit dem Leihpreis für einen Monat beim Streamer?
Ich finde dies insofern verständlich, dass abgesehen von Nerds wie uns, sehr viele Menschen ihre Filme, die sie haben, bestenfalls 1-2 Mal gucken.
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Re: Netflix

Beitrag von arni75 » Montag 7. Februar 2022, 16:24

Aber dann kaufen die auch keine DVDs, sondern leihen sich halt den Film digital und das kostet bei Katalogtiteln unter 5€, manchmal nur 99 Cent. Es sind doch oft Heavy User, die Kino/BD/Streaming gleichzeitig nutzen - der Rest schaut in die Mediatheken oder (buchstäblich) noch in die Röhre :-)

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Re: Netflix

Beitrag von Taipan » Montag 7. Februar 2022, 17:19

Neben dem was student gesagt hat, ging es mir in erster Linie auch eher um diese Meinung:
Mara hat geschrieben:
Sonntag 6. Februar 2022, 21:01
Schauen wir mal, was ein Dauerabo so richtig lohnenswert macht: Wenn man für das Geld möglichst oft und möglichst viel Zeugs anschaut, ggf. auch nur nebenbei und um sagen zu können, dass man den neuesten Hype der Woche "gesehen" hat.Und was machen anspruchsvolle Filmliebhaber in der Regel? Ausgewählt und konzentriert Filme schauen.
Das stimmt nunmal einfach nicht. Ich glaube jeder kann zustimmen, dass der Kleckerbetrag von acht Euro sich deutlich früher rentiert als bei der Anzahl von Filmen, welche auch immer "Möglichst viel Zeugs" repräsentiert.

..Auch wenn man nicht dem Pöbel mit Aufmerksamkeitsdefizit, sondern der elitären Gruppe der konzentriert schauenden Anspruchsvollen Freunde ausm Buchclub angehört ;)

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Re: Netflix

Beitrag von Mara » Sonntag 13. Februar 2022, 18:46

Es ist aber nicht nur ein nüchternes Rechenspiel, sondern es spielen emotionale und andere psychologische Faktoren eine Rolle - zum Glück, denn sonst müsste der "Laden" hier schon längst geschlossen oder umgewidmet sein, weil kein Mensch ins Kino gehen würde, wo man für 10 oder mehr Euro einen einzigen Film ein einziges Mal sehen kann und dafür auch noch seinen Allerwertesten von der bequemen Couch wegbewegen muss.

Bei einer DVD/BluRay liegt auf der Hand, dass das haptische Erlebnis dazukommt sowie das Gefühl des physischen Besitzes, das eben etwas ganz anderes ist als ein digitaler Besitz oder gar nur die Möglichkeit, einen Film gegen regelmäßige Zahlung jederzeit ansehen zu können.

Man kann die Rechnung auch bezogen auf einen einzelnen Film aufmachen, und dann sieht sie so aus, dass man jedes Mal, wenn man ihn sehen will, erneut dafür zahlen muss, für einen begrenzten Zeitraum diese Möglichkeit zu haben - und dabei auch noch davon abhängig ist, ob er denn überhaupt noch verfügbar ist oder aus irgendeinem Grund nicht mehr angeboten wird.

Dann denke ich, dass es bei einem Abo zumindest für eine ältere Generation, die nicht damit aufgewachsen ist, dass man Netflix und/oder Amazon Prime einfach "hat", sondern mit dem Bild von Zeitschriften-/Zeitungsabos u. ä., eine gewisse Hürde gibt: Wenn man ein Abo abschließt, sich also längerfristig festlegt, dann soll dem gegenüber auch eine entsprechende regelmäßige, häufige Nutzung (oder auch: Nutzen) stehen. Wenn das nicht gegeben ist, sei es aus Zeitgründen oder weil das Angebot nicht genug hergibt (Arthouse-Interessierte haben ja keineswegs automatisch Interesse an allem mit diesem Label und auch nicht alle an denselben Filmen), sieht man davon vielleicht lieber ab.

Und genau, dann gibt es ja auch noch das lineare Fernsehen bzw. die ÖR-Mediatheken, was man in der Tat "sowieso hat". Zumal gerade kleine, anspruchsvolle Filme dort ziemlich schnell auftauchen, d. h. die Wartezeit, so sie überhaupt eine Rolle spielt, ist erträglich kurz.

Interessant wird es natürlich bei den Netflix-Eigenproduktionen, die vermutlich niemals für einen anderen Vermarktungsweg freigegeben werden, also weder physischen Datenträger noch TV-Ausstrahlung, so dass es keinerlei Alternative gibt: Haben diese genug Zugkraft, ist es für das geneigte Publikum wichtig genug, genau diese Filme sehen zu können oder sagen sie sich, schade, aber es gibt auch noch genug anderes, womit ich meine Zeit verbringen kann?

Wie auch immer, vermutlich wird man von außen nie einen Einblick bekommen, wie diese Dinge laufen, welche Angebote sich für Netflix wirklich auszahlen und welche nicht. Man wird es nur ggf. ableiten können aus einem anhaltenden oder wieder zurückgehenden Engagement für anspruchsvollere Stoffe.

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Re: Netflix

Beitrag von Taipan » Dienstag 15. Februar 2022, 06:36

Über 1.500 Eigenproduktionen mit:

15 Oscars aus 116 Nominierungen
27 Golden Globes aus 156 Nominierungen
23 Screen Actors Guild Awards aus 138 Nominierungen
usw.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_a ... by_Netflix

Plus Tausende andere Filme und Serien. Und das alles günstiger als die GEZ, Kabelanschluss oder einen Film kaufen oder drei leihen. Monatlich kündbar.

Musst ja nicht Netflix schauen, wenn du keine Lust dazu hast oder aus Prinzip oder weil deine Internetverbindung zu schlecht ist oder weil Du es doof findest. Das ändert aber weder am Preis/Leistungsverhältnis noch an der Qualität des Angebots etwas.

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Re: Netflix

Beitrag von arni75 » Dienstag 15. Februar 2022, 07:31

Der Preis mag günstig sein, aber das Leistungsverhältnis an der Quantität festzumachen, finde ich schwierig. Die kumulierten Auszeichnungen stammen aus den Prestigefilmen, die auf der Plattform relativ wenige Nutzer angesehen haben und die Masse des Programms besteht aus mittelmäßigem Füllmaterial, was wiederum bei der Mehrheit der Nutzer durchläuft. Und was als Eigenproduktion geführt wird, ist oft einfach nur lizensiert nach Fertigstellung durch Dritte. Das ist gutes Marketing, aber wie sollen ein paar Dutzend mit Eigenproduktion beauftragte Mitarbeiter weltweit zahlreiche und auch noch qualitativ gute Produktionen entstehen - da bleibt kaum Zeit, um Produktionen stetig begleiten zu können und von außen scheint es, dass sich dies leider in der Qualität widerspiegelt.

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Re: Netflix

Beitrag von Taipan » Dienstag 15. Februar 2022, 08:01

Da stimme ich Dir absolut zu. Gleichzeitig sehe ich in dieser Strategie aber auch keinen Unterschied zur Filmlandschaft im Kino. Unter den Hunderten Veröffentlichungen pro Jahr gibt es da ebenso viel mittelmäßiges Füllmaterial, wo man sich fragt wie das überhaupt grünes Licht bekommen hat. Am Ende des Tages ist dann für jeden was dabei und durch die Eigenproduktionen der Streaminganbieter wird das Angebot erweitert.

Ich kündige Netflix auch gerne mal zwischendurch, weil es nicht genug gibt, was mich anspricht. Allerdings gucke ich es auch bereits seit vielen Jahren und habe alles was mich aus dem Katalog interessiert bereits gesehen. Jemand der noch nie ein Abo hatte, wird aber mit Sicherheit Monate zu tun haben alles zu gucken, was ihn oder sie interessiert.

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Re: Netflix

Beitrag von arni75 » Dienstag 15. Februar 2022, 10:10

Letztlich sind es alles individuelle Entscheidungen, denn "Neueinsteigern" und "alten Hasen" haben völlig unterschiedliche Bedürfnisse. Wenn man Analysten glauben darf, sind die klassischen Märkte (USA, Europa) für Netflix durch, d.h. sie sind gesättigt und das Abo-Wachstum flacht stetig ab (bzw. die absolute Zahl bereinigt um Aussteiger). Das für Finanzierung und Risikobewertung wichtige Wachstum kann daher nur noch in Schwellenländern oder Asien stattfinden - der Marktanteil von Netflix in Indien soll z.B. nur einstellig sein, während Disney damals mit der Hotstar-Übernahme einen Coup gelandet hat, weil es auf einen Schlag zwei Drittel Marktanteil erwarb (ein Drittel aller weltweiten D+-Kunden stammen aus diesem Deal in Indien). Das bedeutet im Umkehrschluss für gesättigte Märkte wie z.B. Deutschland, dass verstärkt in die Kundenbindung investiert wird, sprich noch mehr Serien ins Programm gestellt werden müssen. Und das schließt den Kreis zur Aussage, dass (anspruchsvolle) Spielfilme künftig eher eine Nische ausserhalb der Streamer finden müssen bzw. der Produktionsboom durch die großzügige Finanzierung abebben wird.

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Re: Netflix

Beitrag von Taipan » Mittwoch 16. Februar 2022, 06:29

Ein bisschen Wachstum gibt es in den klassischen Märkten schon noch. Insbesondere EMEA ist im letzten Jahr immerhin noch um 7 Mio. von 67 auf 74 Mio. gewachsen. Aber es stimmt natürlich, dass die größten Wachstumsmärkte mittlerweile woanders liegen. Neben Änderungen und Verbesserungen an den Vertriebswegen, Kooperationen und Preisstrukturen hat Netflix diverse Möglichkeiten, um weiterhin neue Abonnenten zu akquirieren bzw. alte zu halten:

1. Accout Sharing vermehrt zu unterbinden. Ist denke ich logisch, dass hier eine hohe Prio drauf liegt

2. Lokale Produktionen weiter zu fördern, um die jeweiligen Märkte zu binden und im besten Fall weltweite Hits zu kreieren (Haus des Geldes, Squid Game, Dark, Lupin), bzw. auf das jeweilige Publikum zugeschnittene Inhalte produzieren (Anime)

3. Staffelepisoden Woche für Woche zu veröffentlichen (ich vermute, dass sie das aber nicht machen werden, da sie wohl eher auf den Werbeeffekt des Bingen setzen)

4. Entscheidung Qualität oder Quantität? Momentan setzen sie eher auf Masse. Disney+ auf wenige Must-Sees. Wird sich zeigen, was besser ist. Ich bin immer für Qualität. Allerdings hat Netflix natürlich nicht so starke Marken wie Disney. Muss man gucken, wo noch was dazu gekauft werden kann oder Kooperationen eingegangen werden können.

5. Das Angebot auf neue Zielgruppen ausrichten. Der Altersmedian hat sich bei Netflix in den letzten Jahren immer weiter nach hinten verschoben (momentan 35 - 44 Jahre) und wird dies auch in Zukunft tun. Mehr und mehr ältere Menschen "entdecken" Streaming für sich und Netflix hat halt bisher (wie wir an dieser ganzen Diskussion sehen) von den Streaminganbietern das "mülligste" Image. Hier werden sie konsequent weiter gegensteuern, um den älteren Zielgruppen "zu beweisen", dass das Angebot auch für sie genug Bang for the Buck bereit hält. Insofern sehe ich es so, dass Netflix sein Angebot für 55+ weiterhin stark erweitern wird. Am einfachsten kann man das natürlich mit Punkt 2 verbinden. Die "Früher war alles besser" Fraktion fühlt sich ja noch etwas wohler, wenn sie was einheimisches, weil vertrautes, guckt.

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Re: Netflix

Beitrag von Mara » Samstag 26. Februar 2022, 23:11

Habe schon länger angefangen, eine Antwort zu tippen, komme aber jetzt erst dazu, sie fertigzuschreiben und einzustellen:

Taipan hat geschrieben:
Dienstag 15. Februar 2022, 06:36
Musst ja nicht Netflix schauen, wenn du keine Lust dazu hast oder aus Prinzip oder weil deine Internetverbindung zu schlecht ist oder weil Du es doof findest. Das ändert aber weder am Preis/Leistungsverhältnis noch an der Qualität des Angebots etwas.
Klar, ich mache diesbezüglich, worauf ich Lust habe, und alle anderen haben selbstverständlich auch jedes Recht, das zu tun. Ich versuche hier ja nicht, irgendwem etwas auszureden, sondern überlege - natürlich vor dem Hintergrund, wie ich das persönlich empfinde, denn einen anderen Erfahrungsschatz habe ich nicht - wie die Zielgruppe, zu der ich wohl auch gehöre, das sehen und wie sie sich verhalten könnte.


Nominierungen und Preise sind sicherlich (jedenfalls weitgehend; Ausnahmen bestätigen die Regel ;) ) ein Kriterium für Qualität, aber natürlich noch kein Kriterium für persönliches Gefallen. Ich finde mich da häufig zwischen allen Stühlen wieder, da mir die "kommerziellen" Preise oft zu flach und die "künstlerischen" Preise oft zu abgefahren sind...

Wirklich verwunderlich finde ich übrigens die 12 Oscar-Nominierungen für The Power of the Dog. Zugegebenermaßen ohne ihn selbst gesehen zu haben, aber was ich an Kritiken gehört/gelesen habe, war doch ziemlich verhalten. Die ein oder andere Darsteller-Nominierung hätte ich verstanden, aber so geballt und auch in den allgemeinen Kategorien finde ich seltsam. :?: (Wie ich mittlerweile gesehen habe, sehen einige von euch das in den Forum-Charts ähnlich.)

Manchmal habe ich den Eindruck, bei den Jurys greift das gleiche Phänomen um sich, das bei den jüngeren Leuten schon länger der Fall ist: Nämlich dass ein Film oder eine Serie von/bei Netflix (oder auch Amazon) automatisch mehr Aufmerksamkeit bekommt und als interessanter, außergewöhnlicher, cooler wahrgenommen wird als eine sehr ähnliche Produktion, die ins Kino oder Free-TV kommt, womit eher eine Erwartungshaltung von langweilig und altbacken einhergeht. Bei den Jurys vielleicht noch kombiniert mit einer Art Bewertungs-Bias, weil noch Erstaunen herrscht, dass "die auch sowas machen", während man von etablierten Qualitäts-Produzenten "sowas" erwartet und natürlich auch mit hochwertigen früheren Produktionen vergleicht.

Ich fände das Experiment interessant, Leuten Trailer mit der Ankündigung "bei Netflix" und mit "im Kino" oder "bei TV-Sender xy" vorzuspielen und zu erfassen, ob derselben Film / dieselbe Serie dann unterschiedlich eingeschätzt wird.

Taipan hat geschrieben:
Dienstag 15. Februar 2022, 08:01
Ich kündige Netflix auch gerne mal zwischendurch, weil es nicht genug gibt, was mich anspricht. Allerdings gucke ich es auch bereits seit vielen Jahren und habe alles was mich aus dem Katalog interessiert bereits gesehen. Jemand der noch nie ein Abo hatte, wird aber mit Sicherheit Monate zu tun haben alles zu gucken, was ihn oder sie interessiert.
Das ist natürlich richtig, aber man darf nicht vergessen, dass Leute jenseits eines erweiterten Jugendalters, wenn man erstmal im Beruf steht, einen Haushalt führt, Familie hat, vielleicht Eltern pflegen muss, mehrheitlich nicht mehr das Problem haben, nichts mit sich anfangen zu können und auf der Suche sind nach Möglichkeiten, um die Zeit totzuschlagen. Sondern sie haben im Gegenteil chronisch zu wenig Zeit, müssen diese sehr sorgfältig priorisieren und legen dabei oft auf andere Dinge Wert als das ganze Wochenende vor dem Stream zu hängen. Die Vorstellung, auf Netflix jemals alles aufzuholen, was sich über Jahre an interessantem Material angesammelt hat (womöglich zusätzlich zu den ja ebenfalls monatlich in Massen eingestellten neuen Sachen) ist da einigermaßen absurd.

Mir geht's z. B. so, dass ich mir irgendwann demnächst mal einen Netflix-Monat genehmigen werde (ich hoffe, jetzt ist keiner von euch vor Schreck in Ohnmacht gefallen :mrgreen: ). Jetzt bin ich natürlich am Überlegen, ob ich neben dem konkreten Anlass dafür nicht noch etwas anderes anschauen sollte. Nicht, weil ich die 7,99 sonst nicht als lohnenswert empfinden würde, sondern weil es eine Gelegenheit ist, die sich wahrscheinlich nicht so schnell wieder bietet.

Das Problem ist allerdings: Wie soll ich da auswählen und priorisieren, zumal klar ist, dass meine Zeit für "Zusatzsichtungen" ziemlich eingeschränkt sein wird?

Ich dachte immer, dass ich, wenn ich mal Netflix habe, Dark anschauen würde. Aber jetzt, wo es soweit ist, merke ich (mal abgesehen davon, dass 26 Folgen meine Kapazitäten deutlich überschreiten dürften, sofern ich nicht extra eine Woche Glotz-Urlaub nehme ;) ), dass es mich eigentlich gar nicht mehr reizt. Scheint so, dass ich damals die aufgeregte Begeisterung naiv für bare Münze genommen habe, mittlerweile aber einfach zu viele als "nie dagewesen, ungewöhnlich und besonders" gehypte Serien kommen (und vor allem gehen) gesehen habe.

Und ich habe auch zu oft miterlebt, wie es bei Serien meistens läuft: Die erste Staffel ist noch schön stringent, hat aber leider keinen befriedigenden Abschluss, weil man sich ja die Option offen lassen will, bei Erfolg weitere Staffeln zu drehen. Mit weiteren Staffeln wird dann zwecks möglichst langer Ausnutzung immer mehr gestreckt, abgelenkt, draufgesetzt und am Ende kann überhaupt keine Auflösung mehr befriedigend für das ganze vorangegangene Brimborium sein.

Taipan hat geschrieben:
Mittwoch 16. Februar 2022, 06:29
5. Das Angebot auf neue Zielgruppen ausrichten. Der Altersmedian hat sich bei Netflix in den letzten Jahren immer weiter nach hinten verschoben (momentan 35 - 44 Jahre) und wird dies auch in Zukunft tun.
Man darf aber nicht außer acht lassen, dass das genau die Generation ist, die Netflix unter Umständen "für die Kinder" hat. Natürlich schauen dann evtl. auch mal die Eltern etwas an, aber ob sie es auch "nur für sich" abonnieren würden, ist eine andere Frage.

Es könnte auch sein, dass der Anteil der jüngeren Abonnenten darunter leidet, dass sie, weil sie weniger Geld zur Verfügung haben, angesichts des gestiegenden Streaming-Angebots vermehrt Abo-Hopping betreiben, und somit in der Statistik immer ein Teil von ihnen fehlt.

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Re: Netflix

Beitrag von ik100 » Dienstag 1. März 2022, 13:44

Mara hat geschrieben:
Samstag 26. Februar 2022, 23:11
Habe schon länger angefangen, eine Antwort zu tippen, komme aber jetzt erst dazu, sie fertigzuschreiben und einzustellen:


Wirklich verwunderlich finde ich übrigens die 12 Oscar-Nominierungen für The Power of the Dog. Zugegebenermaßen ohne ihn selbst gesehen zu haben, aber was ich an Kritiken gehört/gelesen habe, war doch ziemlich verhalten. Die ein oder andere Darsteller-Nominierung hätte ich verstanden, aber so geballt und auch in den allgemeinen Kategorien finde ich seltsam. :?: (Wie ich mittlerweile gesehen habe, sehen einige von euch das in den Forum-Charts ähnlich.)
Mara
Wirklich verwunderlich finde ich übrigens Menschen, die sich darüber wundern, das ein Film 12 Oscar-Nominierungen erhält, obwohl sie den Film überhaupt nicht gesehen haben.
Die eine oder andere Darsteller-Nominierung hättest Du verstanden, obwohl Du die Darstellungen gar nicht gesehen hast, eine Nominierung beispielsweise für den besten Schnitt oder das beste Szenenbild findest Du aber seltsam.

Ich finde es wirklich seltsam, diese Tatsachen alle beurteilen zu können, obwohl Du den Film nicht gesehen hast.

Ich konnte mich bis jetzt noch nicht dazu durchringen mir den Film anzusehen, Dein Beitrag hat aber nun dazu geführt, dass ich mir den Film ansehen werde.

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Re: Netflix

Beitrag von student a.d. » Dienstag 1. März 2022, 18:07

ik100 hat geschrieben:
Dienstag 1. März 2022, 13:44
Mara hat geschrieben:
Samstag 26. Februar 2022, 23:11
Habe schon länger angefangen, eine Antwort zu tippen, komme aber jetzt erst dazu, sie fertigzuschreiben und einzustellen:


Wirklich verwunderlich finde ich übrigens die 12 Oscar-Nominierungen für The Power of the Dog. Zugegebenermaßen ohne ihn selbst gesehen zu haben, aber was ich an Kritiken gehört/gelesen habe, war doch ziemlich verhalten. Die ein oder andere Darsteller-Nominierung hätte ich verstanden, aber so geballt und auch in den allgemeinen Kategorien finde ich seltsam. :?: (Wie ich mittlerweile gesehen habe, sehen einige von euch das in den Forum-Charts ähnlich.)
Mara
Wirklich verwunderlich finde ich übrigens Menschen, die sich darüber wundern, das ein Film 12 Oscar-Nominierungen erhält, obwohl sie den Film überhaupt nicht gesehen haben.
Die eine oder andere Darsteller-Nominierung hättest Du verstanden, obwohl Du die Darstellungen gar nicht gesehen hast, eine Nominierung beispielsweise für den besten Schnitt oder das beste Szenenbild findest Du aber seltsam.

Ich finde es wirklich seltsam, diese Tatsachen alle beurteilen zu können, obwohl Du den Film nicht gesehen hast.

Ich konnte mich bis jetzt noch nicht dazu durchringen mir den Film anzusehen, Dein Beitrag hat aber nun dazu geführt, dass ich mir den Film ansehen werde.
Natürlich kann Mara auch selbst reagieren, aber dennoch:

Ich verstehe deinen Post nicht:

1. Sie wundert sich nicht einfach aus dem Nichts heraus, sondern in Bezug dazu, dass sie auch verhaltene Rückmeldungen gelesen hat.

2. Du sagst: "Die ein oder andere (Darsterller) Nominierung hättest du verstanden, wenn du den Film gesehen hättest". Aber genau das schreibst sie doch: "Die ein oder andere Darsteller-Nominierung hätte ich verstanden". Ihr geht es ja nicht darum, dass sie nicht versteht warum der Film überhaupt irgendeine Nominierung bekommen hat, sondern warum so dermaßen viele (in ihren Augen).

3. Sie behauptet gar nicht, dass sie das beurteilen kann, sondern nur, dass sie sich wundert in Anbetracht dessen was sie bisher zu dem Film gelesen hat.

---> Insofern halte ich deinen Post für inhaltlich nicht wirklich zutreffend. :)
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Re: Netflix

Beitrag von ik100 » Dienstag 1. März 2022, 20:14

student a.d. hat geschrieben:
Dienstag 1. März 2022, 18:07
ik100 hat geschrieben:
Dienstag 1. März 2022, 13:44
Mara hat geschrieben:
Samstag 26. Februar 2022, 23:11
Habe schon länger angefangen, eine Antwort zu tippen, komme aber jetzt erst dazu, sie fertigzuschreiben und einzustellen:


Wirklich verwunderlich finde ich übrigens die 12 Oscar-Nominierungen für The Power of the Dog. Zugegebenermaßen ohne ihn selbst gesehen zu haben, aber was ich an Kritiken gehört/gelesen habe, war doch ziemlich verhalten. Die ein oder andere Darsteller-Nominierung hätte ich verstanden, aber so geballt und auch in den allgemeinen Kategorien finde ich seltsam. :?: (Wie ich mittlerweile gesehen habe, sehen einige von euch das in den Forum-Charts ähnlich.)
Mara
Wirklich verwunderlich finde ich übrigens Menschen, die sich darüber wundern, das ein Film 12 Oscar-Nominierungen erhält, obwohl sie den Film überhaupt nicht gesehen haben.
Die eine oder andere Darsteller-Nominierung hättest Du verstanden, obwohl Du die Darstellungen gar nicht gesehen hast, eine Nominierung beispielsweise für den besten Schnitt oder das beste Szenenbild findest Du aber seltsam.

Ich finde es wirklich seltsam, diese Tatsachen alle beurteilen zu können, obwohl Du den Film nicht gesehen hast.

Ich konnte mich bis jetzt noch nicht dazu durchringen mir den Film anzusehen, Dein Beitrag hat aber nun dazu geführt, dass ich mir den Film ansehen werde.
Natürlich kann Mara auch selbst reagieren, aber dennoch:

Ich verstehe deinen Post nicht:

1. Sie wundert sich nicht einfach aus dem Nichts heraus, sondern in Bezug dazu, dass sie auch verhaltene Rückmeldungen gelesen hat.

2. Du sagst: "Die ein oder andere (Darsterller) Nominierung hättest du verstanden, wenn du den Film gesehen hättest". Aber genau das schreibst sie doch: "Die ein oder andere Darsteller-Nominierung hätte ich verstanden". Ihr geht es ja nicht darum, dass sie nicht versteht warum der Film überhaupt irgendeine Nominierung bekommen hat, sondern warum so dermaßen viele (in ihren Augen).

3. Sie behauptet gar nicht, dass sie das beurteilen kann, sondern nur, dass sie sich wundert in Anbetracht dessen was sie bisher zu dem Film gelesen hat.

---> Insofern halte ich deinen Post für inhaltlich nicht wirklich zutreffend. :)

Alles ok, es gibt immer unterschiedliche Sichtweisen, ich halte meine Ausführungen immer noch für nachvollziehbar.

Grundsätzlich geht es mir darum, dass gefühlt immer mehr Menschen Meinungen, Einschätzungen und Bewertungen zu Filmen, Sportereignissen … abgeben die von Ihnen persönlich überhaupt nicht gesehen worden sind.

Bestes Beispiel ein Kollege am Montag von mir:

Ich war am Sonntag beim Spiel HSV - Bremen im Stadion und habe mir das Spiel aufgrund der vielen sehr strittigen Entscheidungen hinterher auch nochmal im TV angesehen.
Der Kollege hatte zu jeder strittigen Entscheidung eine Meinung, hat das Spiel aber weder im Stadion, noch im TV gesehen, auch keine Ausschnitte.
Das kann ich dann nicht wirklich ernst nehmen.

Leute im meinem Umfeld bewerten teilweise Filme, obwohl sie nur Ausschnitte gesehen haben oder übernehmen eine Meinung zu einem Film, da sie eine Kritik gelesen haben.

Um wieder auf den konkreten Fall einzugehen, ich verstehe immer noch nicht, wie man beurteilen kann, ob 12 Nominierungen für den Film gerechtfertigt sind oder auch nicht wenn man den Film nicht gesehen hat.

student a.d.
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Re: Netflix

Beitrag von student a.d. » Dienstag 1. März 2022, 21:18

ik100 hat geschrieben:
Dienstag 1. März 2022, 20:14
student a.d. hat geschrieben:
Dienstag 1. März 2022, 18:07
ik100 hat geschrieben:
Dienstag 1. März 2022, 13:44
Mara hat geschrieben:
Samstag 26. Februar 2022, 23:11
Habe schon länger angefangen, eine Antwort zu tippen, komme aber jetzt erst dazu, sie fertigzuschreiben und einzustellen:


Wirklich verwunderlich finde ich übrigens die 12 Oscar-Nominierungen für The Power of the Dog. Zugegebenermaßen ohne ihn selbst gesehen zu haben, aber was ich an Kritiken gehört/gelesen habe, war doch ziemlich verhalten. Die ein oder andere Darsteller-Nominierung hätte ich verstanden, aber so geballt und auch in den allgemeinen Kategorien finde ich seltsam. :?: (Wie ich mittlerweile gesehen habe, sehen einige von euch das in den Forum-Charts ähnlich.)
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Wirklich verwunderlich finde ich übrigens Menschen, die sich darüber wundern, das ein Film 12 Oscar-Nominierungen erhält, obwohl sie den Film überhaupt nicht gesehen haben.
Die eine oder andere Darsteller-Nominierung hättest Du verstanden, obwohl Du die Darstellungen gar nicht gesehen hast, eine Nominierung beispielsweise für den besten Schnitt oder das beste Szenenbild findest Du aber seltsam.

Ich finde es wirklich seltsam, diese Tatsachen alle beurteilen zu können, obwohl Du den Film nicht gesehen hast.

Ich konnte mich bis jetzt noch nicht dazu durchringen mir den Film anzusehen, Dein Beitrag hat aber nun dazu geführt, dass ich mir den Film ansehen werde.
Natürlich kann Mara auch selbst reagieren, aber dennoch:

Ich verstehe deinen Post nicht:

1. Sie wundert sich nicht einfach aus dem Nichts heraus, sondern in Bezug dazu, dass sie auch verhaltene Rückmeldungen gelesen hat.

2. Du sagst: "Die ein oder andere (Darsterller) Nominierung hättest du verstanden, wenn du den Film gesehen hättest". Aber genau das schreibst sie doch: "Die ein oder andere Darsteller-Nominierung hätte ich verstanden". Ihr geht es ja nicht darum, dass sie nicht versteht warum der Film überhaupt irgendeine Nominierung bekommen hat, sondern warum so dermaßen viele (in ihren Augen).

3. Sie behauptet gar nicht, dass sie das beurteilen kann, sondern nur, dass sie sich wundert in Anbetracht dessen was sie bisher zu dem Film gelesen hat.

---> Insofern halte ich deinen Post für inhaltlich nicht wirklich zutreffend. :)

Alles ok, es gibt immer unterschiedliche Sichtweisen, ich halte meine Ausführungen immer noch für nachvollziehbar.

Grundsätzlich geht es mir darum, dass gefühlt immer mehr Menschen Meinungen, Einschätzungen und Bewertungen zu Filmen, Sportereignissen … abgeben die von Ihnen persönlich überhaupt nicht gesehen worden sind.

Um wieder auf den konkreten Fall einzugehen, ich verstehe immer noch nicht, wie man beurteilen kann, ob 12 Nominierungen für den Film gerechtfertigt sind oder auch nicht wenn man den Film nicht gesehen hat.


Ja, das mit den unterschiedlichen Sichtweisen ist richtig, aber trotzdem nochmal zum konkreten Fall:

Mara sagt nicht "Ich persönlich verstehe nicht, warum der Film so oft nominiert wurde", sondern "Ich persönlich verstehe nicht, warum der Film so oft nominiert wurde, wenn ihn scheinbar einige gar nicht so toll finden". Da bist du sprachlich einfach zu ungenau und verursachst dadurch eine neue inhaltliche Aussage. Denn sie sagt ja nicht, dass der Film unverdient so oft nominiert wurde, sondern nur, dass sie aufgrund der gelesenen Berichte skeptisch ist, ob der Film das tatsächlich verdient hat. Das magst du oder andere womöglich als kleinlich von mir einschätzen, ist aber formal eine vollkommen andere Aussage. :)

In Bezug auf die Oscarnominierungen hättest du meins Erachtebs dann Recht, wenn sie sagen würde "XY sagt Der Film ist nicht so toll, also sind die Nominierungen definitiv unverdient". Aber da sie das nicht sagt, ist deine Analyse halt falsch, auch wenn ich deine sonstigen allgemeinen Ausführungen definitiv teile, wenngleich es aber auch genau so gut Menschen gibt, die sich auf so etwas ausruhen und so etwas als Ausrede benutzen, um sich mit etwas nicht auseinandersetzen zu müssen. Aber nun gut, der letzte Punkt führt ein wenig zu sehr vom Thema weg. ;)
BEST OF 2021: DEAR EVAN HANSEN, SPIDER-MAN: NO WAY HOME, THE FATHER, SCHACHNOVELLE, MINARI
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arni75
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Re: Netflix

Beitrag von arni75 » Mittwoch 2. März 2022, 07:38

Als Exkurs zu Kommunikation und ihren Missverständnissen finde ich euren Diskurs sehr interessant 👍

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GulDukat
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Re: Netflix

Beitrag von GulDukat » Mittwoch 13. April 2022, 19:42

da es glaub keinen "Prime"-Thread gibt, poste ich es hier:

Amazon kündigt Deutschland-Start von kostenlosem Streamingdienst an

https://www.spiegel.de/netzwelt/amazon- ... f5763d3966

Mattis
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Re: Netflix

Beitrag von Mattis » Mittwoch 13. April 2022, 22:08

Ich verstehe das nicht. Zeigen die dann Dinge kostenlos mit Werbung, die man sowieso auf Prime hat wenn man zahlt oder kommen da dann andere Eigenproduktionen als bei Prime?

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Re: Netflix

Beitrag von Taipan » Donnerstag 14. April 2022, 07:23

Ich verstehe es so, dass dort das gleiche läuft. So wie bei Youtube (und vielen anderen Streaming Anbietern): Entweder gratis mit Werbung oder bezahlen und ohne Werbung.

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Re: Netflix

Beitrag von arni75 » Donnerstag 14. April 2022, 07:28

AVOD ist aktuell der stärkste Wachstumsmarkt, weil die Menschen nicht unendlich Geld für SVOD und PayTV haben. Das ist das Online-Pendant zum Free-TV und die Rechte werden unabhängig zu anderen erworben. Normalerweise aber mit entsprechendem zeitlichen Versatz, so wie bisher auch (Pay1, Pay2, SVOD, Free-TV, AVOD etc.). Es existieren bereits zahllose Anbieter, darunter Youtube, die ja nichts anderes machen, als Bewegtbilder mittels Werbung zu monetarisieren.

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Re: Netflix

Beitrag von RotheFarmer » Mittwoch 20. April 2022, 22:11

Die alzu rosigen Zeiten von Netflix dürften jetzt wohl auch vorbei sein.

https://deadline.com/2022/04/netflix-re ... 235006389/

Ein 35% Absturz nach dem jetzigen "Earnings Call" und 60 % Verlust über die letzten 12 Monate, Autsch.

Ob da ein Angebot das mit Werbung unterstüzt finanziert wird das wieder richten kann ?

https://deadline.com/2022/04/netflix-ad ... 235006083/

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Re: Netflix

Beitrag von Dumbledore » Mittwoch 20. April 2022, 23:54

Ich hoffe, da ändert sich was. Bin auch am überlegen mein Abo mal wieder zu kündigen. Hab in den letzten 2 Jahren 3-4 Serien als wirklich interessant empfunden. Dazu decken Prime und Disney+ was Filme angeht immer mehr ab, wodurch sich ein Netflix Abo noch weniger lohnt. Um auch noch 4K nutzen zu können muss ich ja noch mehr zahlen, als für D+ und Prime zusammen. So langsam echt grenzwertig. Das Einzige was mich davon abhalten könnte zu pausieren ist Stranger Things 4 und Better Call Saul und grundsätzlich Daredevil, aber die Serie ist ja jetzt auch abgenommen worden

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Re: Netflix

Beitrag von Taipan » Donnerstag 21. April 2022, 07:48

Wenn sie es schaffen, nicht gestattetes Passwordsharing zu unterbinden, dann wird es schon wieder. Und bevor sie über Werbefinanzierte Abos nachdenken, sollten sie lieber das naheliegendste machen: Folgen wie D+ wochenweise veröffentlichen und nicht am Stück. Dann bleiben die Abonnenten automatisch länger. Ein bisschen entwickeln sie sich ja auch bereits in diese Richtung, indem sie Staffeln in Teil 1 und Teil 2 aufteilen, wie aktuell demnächst Stranger Things zB.

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Re: Netflix

Beitrag von kinofan43 » Donnerstag 21. April 2022, 15:04

Früher hatte ich mit Netflix wirklich meinen Spass. Die Betonung liegt auf früher. UHD kostet im Vergleich zu Disney Plus extra. Leider lässt die Qualität der meisten Serien und Filme die auf Netflix laufen immer mehr zu wünschen übrig. Das man sich dem Trash-TV geöffnet hat, nehme ich Netflix auch übel. Besonders gravierend ist, das immer mehr Serien, die meist auch mit einem offenen Ende abgeschlossen werden, einfach nicht mehr fortsetzt. Wenn man schon ne Serie absetzt, dann sollte die doch nicht mit einem Cliffhanger enden. Auch kommt es immer öfters vor, das einige Serien und Filme nicht auf deutsch synchronisiert werden. Andere Sprachen scheinen kein Problem zu sein, wohl aber Deutsch. Würde im Mai nicht die vierte Staffel von Stranger Things starten, ich hätte Netflix gekündigt. Das ist der einzige Grund warum ich Netflix habe. Die Konkurrenz wie Apple, Disney Plus oder auch Amazon haben vielleicht nicht das riesige Angebot von Netflix, aber deren Kontent ist aber meistens qualitativ hochwertiger.

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