Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Neuigkeiten der Film- und Kinobranche, die nichts oder wenig mit Box Office zu tun haben
Lativ
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Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Lativ » Montag 9. März 2026, 04:06

Strolchi123 hat geschrieben: Montag 9. März 2026, 02:17 Enttäuschendes Wochenende durch und durch ...

Da startet mit "Hoppers" der erste wirklich interessante Film des Jahres und dann sind nicht mal 300.000 Besucher drin. Was nutzt da der momentan fünftbeste Start des Jahres? Vor Corona wäre so ein Start glatt als Flop deklariert worden ... Aber seit 2020 ist die Welt eh nicht mehr wieder zu erkennen. Hoffe nur, "Hoppers" kann sich gut halten in den nächsten Wochen. Alles andere als mindestens 1 Mio. Besucher wäre in der Tat sehr enttäuschend!
Das verhalten der Kinobesucher seitdem hat sich massiv verändert und erinnert etwas an die mitte des letzten Jahrhunderts. Vor Corona ging die Tendenz hin zu einem starken Start der manchesmal einen Großteil des späteren Endergebnisses ausmachte während die Filme heute eher mäßig starten und dafür überdurchschnittlich, mindestens gefühlt, zu Langläufern werden und darüber auf ihre zahlen kommen. Bei Hoppers liegt natürlich auch die Hoffnung darauf. Allerdings ist der Termin ungünstig gewählt worden, im Feb. war genug freie bahn und abstand zum Klempner aus Italien.
Strolchi123 hat geschrieben: Montag 9. März 2026, 02:17
Ja ja das Wetter wieder mal ... Sorry, kann das nicht mehr lesen! Als ob Sonnenschein im März so wichtig ist, dass man einen Film nicht im Kino anschauen kann ... Das Wetter wird wohl mindestens die nächsten 6 Monate für das eine oder andere verkorkste Kino Wochenende herhalten müssen. Als ob in den 90er und 2000er Jahren nie sonniges Wetter war ... Und wenn es nicht das Wetter ist, dann demnächst wieder mal der Fußball oder die hohen Spritpreise oder oder oder ... Die wahren Gründe, warum das alles nicht mehr so läuft wie vor Corona liegen woanders. Wenn ich einen Film WIRKLICH im Kino sehen will, hält mich kein sonniges Wetter und Temperaturen von unter 20 Grad davon ab! So sehe ich das jedenfalls.
Das geht vielen, auch mir so und dennoch ist dies ja ein Punkt. Ein weiterer sind die hohen Preise die es speziell bei Filmen wie diesen der eine Junge Zilgruppe hat Familien erschwert zahlreich ins Kino zu strömen. Dazu hat Streaming dem Kino das letzte bißchen Exklusivität genommen, was sie schon mit Einführung des Home Videos verloren haben.
Um noch einmal zum Wetter zu kommen, da unterscheiden sich Deutsche grundsätzlich von z.b. den Amerikanern wo Wetter nur dann einen Einfluss hat wenn es sich um Extremwetterlagen handelt. In Deutschland ist eigtl. der Herbst und besonders der Winter die stärkste zeit aber merkwürdigerweise wird das bei der Programmierung nicht mehr in ausreichenden maß berücksichtigt.
Strolchi123 hat geschrieben: Montag 9. März 2026, 02:17
Der FLOP DES JAHRES geht eindeutig an "The Bride!"
Wir haben erst anfang März, das jahr ist noch Jung und lang, das ist noch zu früh das zu beurteilen.
Strolchi123 hat geschrieben: Montag 9. März 2026, 02:17
Jedenfalls geht es nächstes Wochenende ins Kino zu den "Hoppers" und danach in "Der Astronaut - Projekt Hail Mary" - mein absolutes Highlight im Kino Frühling :love: :love: :love:
Viel spass !

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Re: D-10/26 - Mabel kennt kein Pardon mit Frankensteins Braut

Beitrag von danielcc » Montag 9. März 2026, 08:17

Das Wetter Argument finde ich auch immer ganz furchtbar. Ich meine, aktuell sind es abends um 20 Uhr - was? - 10 Grad? perfektes Kinowetter.

Zum Thema Frontloaded vs Langläufer. Da hat Mark G sicher gute Zahlen zu. ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass die Filme heute im Schnitt länger laufen und der Multiplier sich verbessert hat. Es laufen nur viel mehr Kinderfilme (oder sagen wir: Das sind die einzigen Filme die noch verlässlich abliefern), und bei denen ist es immer so, dass sie eher lang laufen.

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Re: D-10/26 - Mabel kennt kein Pardon mit Frankensteins Braut

Beitrag von Mark_G » Montag 9. März 2026, 09:14

Bloß weil man es nicht mehr hören mag, ist es nun mal so, dass das Wetter Einfluss auf den Kinobesuch hat. Das war bei uns schon immer so - auch bei meinen Recherchen in den 50er Jahren zeigt sich, dass das Wetter auch immer mitentscheidend war. Und nur weil es abends noch dunkel und kühl ist, hilft dies den Familienfilmen überhaupt nicht...

Und ich habe noch eine zweite Wahrheit für Euch: Hohe Benzinpreise schaden dem Kino auch - mal sehen, wie lange wir mit diesen zu kämpfen haben...
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Re: D-10/26 - Mabel kennt kein Pardon mit Frankensteins Braut

Beitrag von Buzz Lightyear » Montag 9. März 2026, 09:55

Logischerweise spielt das Wetter eine Rolle. Wenn nach 2 Monaten Schnee, Eis und Minusgraden auf einmal 20 Grad und Sonne da sind, geht die Familie mit Kindern ja nicht unbedingt direkt ins dunkle Kino, sondern macht den vielleicht ersten schönen Sonnen-Ausflug des Jahres.

Und wenn der Liter spricht 2,10 Euro kostet überlegt man sich auch zweimal, ob man den Weg wirklich auf sich nimmt - wobei das natürlich vor allem ein ländliches Problem sein dürfte. In der Stadt gibt's ja nahezu überall perfekten ÖPNV.
Bis zur Unendlichkeit... und noch viiiiiel weiter!

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Re: D-10/26 - Mabel kennt kein Pardon mit Frankensteins Braut

Beitrag von Lativ » Montag 9. März 2026, 15:44

Benzin das stimmt, auch ein Faktor geworden aber den darauffolgenden Gedanken mit dem Stadt/Land und ÖPNV von Buzz hatte ich auch gerade.

In Wirklichkeit könnte alles schlimmer sein. Auf die Frage was für das Kino das allerschlimmste wäre, neben Covid natürlich, lautet die Antwort wohl Anschlag. Eine Kranke Gruppe, Duo, Einzeltäter,.. whatever der/die gezielt mit Anschlägen dort droht und das auch durchzieht. Wer traut sich dann bitte noch in ein Kino ?!
Vor jeder Vorstellung Spürhunde die durch den Saal müssen und am Eingang ähnlich wie am Flughafen oder einer Amerikanischen Schule solche Gates durch welche die Besucher müssen.

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Re: D-10/26 - Mabel kennt kein Pardon mit Frankensteins Braut

Beitrag von MarcLL » Montag 9. März 2026, 15:55

Nach meiner Erfahrung spielt das Wetter zumindest in D schon immer eine sehr große Rolle für den Kinobesuch. Nicht bei den Filmnerds, aber der breiten Masse der Gelegenheitsbesucher. Nicht umsonst sind beispielsweise auch die Bondfilme auf den Winter gegangen, denn lange Zeit starteten sie immer im Juli, August. Und man denke nur an Herr der Ringe, Potter, Avatar.

Wenn bei uns die ersten etwas wärmeren Tage kommen, sind auch sofort die Eisdielen voll, obwohl es nur 15 Grad hat. Immerhin haben wir hier fast 5 Monate Schmuddelwetter mit Nebel, Regen, Kühle, früher Dunkelheit etc.
In den USA ist das ganz anders, nicht umsonst gilt dort der Sommer als Blockbusterzeit. Liegt daran, dass die Amerikaner Klimaanlagen lieben und die Kinos dort allesamt sehr gut klimatisiert sind. In D sind Klimaanlagen dagegen absolute Mangelware, selbst in Büros und öffentlichen Verkehrsmitteln. Selbst bei PKWs war man da sehr spät dran.
Zuletzt geändert von MarcLL am Montag 9. März 2026, 16:22, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: D-10/26 - Mabel kennt kein Pardon mit Frankensteins Braut

Beitrag von Invincible1958 » Montag 9. März 2026, 15:59

Die Bondfilme sind nicht wegen Deutschland in den Herbst/Winter gegangen. Das war weltweit so.

Anders als z.B. Disney-Zeichentrickfilme, die in den USA meist im Sommer gestartet sind, bei uns dann aber erst vor Weihnachten.

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Re: D-10/26 - Mabel kennt kein Pardon mit Frankensteins Braut

Beitrag von MarcLL » Montag 9. März 2026, 16:04

Dann hat man weltweit den Wert der Wintermonate für das Kino entdeckt. Das Phänomen gibt es sicher mindesten in ganz Europa zu beobachten, aber das wissen andere besser. Für die USA ist das sicher nicht notwendig, aber auch dort läuft der Winter sehr gut. Nur der Sommer eben auch.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Invincible1958 » Montag 9. März 2026, 16:46

MarcLL hat geschrieben: Montag 9. März 2026, 16:04 Dann hat man weltweit den Wert der Wintermonate für das Kino entdeckt. Das Phänomen gibt es sicher mindesten in ganz Europa zu beobachten, aber das wissen andere besser. Für die USA ist das sicher nicht notwendig, aber auch dort läuft der Winter sehr gut. Nur der Sommer eben auch.
Wobei von den ersten neun Bondfilmen in den 60ern und 70ern auch nur zwei im Sommer gestartet sind und sieben im Herbst/Winter.
Heißt: Bond war zuerst eigentlich immer ein Winter-Release.
Nur von 1977 bis 1989 gab es sieben Filme in Folge im Sommer (5x Moore, 2x Dalton), anschließend ist man wieder in den Herbst/Winter zurück.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Mattis » Montag 9. März 2026, 21:43

Ich habe die Diskussion, da das Thema periodisch immer wieder auftaucht, mal in einen eigenen Thread umgewandelt, den man bei Bedarf immer wieder bedienen kann. Ist eigentlich fast zu schade, wenn es als grundsätzliche Diskussion in einem Wochenthread versandet.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Lativ » Dienstag 10. März 2026, 13:01

Danke bzg. Thread.

Die USA haben einfach einen Vorteil bzg. Europa und auch speziell Deutschland und das ist die Lage, mit der Westküste um Kalifornien und den Südstaaten gibt es eine beträchtliche Anzahl wo fast nie Winter herrscht und dementsprechend auch kein nennenswerter Einfluss auf die zahlen diesbezüglich zu verzeichnen sein dürfte. Wenn wie zuletzt mal die Leguane von den Bäumen fliegen wie in Florida ist das eine Ausnahme. Vielleicht hast du auch alle 50-100 Jahre mal einen ganz 'zarten' Frosttag in Brasilien.

Den Zeitraum Nov-Feb. sollte man in Deutschland dringend wieder nutzen !

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von danielcc » Dienstag 10. März 2026, 15:24

Also, dass die USA hier einen Vorteil haben finde ich dann aber dann doch lustig.
Die USA sind ein RIESIGES Land, in dem es alle möglichen Wetterphänomene gibt. Wir hier unterschätzen oft völlig das Klima zB in NY, wo es schlimmste Winder Blizzards gibt, gleichzeitig aber im Sommer Hitze wie in Athen (NY liegt etwa auf der Höhe von Rom!). Es gibt Wirbelstürme, es gibt Twister, es gibt Eiswellen, es gibt im ganzen Süden brutal heiße Sommer, es gibt Überschwemmungen,...

Der Unterschied zu Deutschland ist ganz einfach: Die Amis sind anders sozialisiert. Dort ist man viel eher bereit für Kino Geld auszugeben.
Wenn Kino einen so geringen Stellenwert hat wie in Deutschland, dann ist es klar, dass jedes kleine Wetter eine große Auswirkung hat auf eine "Nicht-Prio-Aktivität" wie Kino. Das ist das Problem.

Es laufen doch fast nur noch zwei Dinge wirklich gut:
1. Kinderfilme: Ganz einfach weil die Kinder quengeln, und dann geht Mami und Papi eben mit denen rein
2. "Event-Filme": 1-2 im Jahr gibt es einen Film, der warum auch immer es sozial-medial zum Phänomen schafft.

Bei allem anderen sagen sich die Leute halt: Heute ist zu warm, heute ist zu kalt, heute ist Sprit zu teuer, heute lieber Sofa,...

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Mark_G » Dienstag 10. März 2026, 15:26

Du hast zwar Recht mit den Wetterkapriolen in den USA - der große Unterschied zu Deutschland ist aber die schiere Größe der USA - bei uns kann ein Wetter-Event das ganze Land betreffen - in den USA ist es immer lokal auf wenige der 50 Staaten begrenzt...
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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Invincible1958 » Dienstag 10. März 2026, 15:29

danielcc hat geschrieben: Dienstag 10. März 2026, 15:24Der Unterschied zu Deutschland ist ganz einfach: Die Amis sind anders sozialisiert. Dort ist man viel eher bereit für Kino Geld auszugeben.
Das Leben dort findet insgesamt auch viel mehr "drinnen" statt.
Heißt: Die Leute haben kein Problem damit in einen klimatisierten Kinosaal zu gehen - auch wenn draußen "schönes Wetter" ist.
Und das ist nicht nur in Florda und Kalifornien so, sondern auch in Staaten, wo es vier Jahreszeiten gibt.
Dieses "Wir müssen jeden Sonnenstrahl mitnehmen"-Gefühl ist ein sehr deutsches Phänomen. Und selbst wenn die Sonne um 18:30 Uhr untergeht, geht man an einem sonnigen Tag dann nicht um 19 Uhr ins Kino - etwas zugespitzt.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von danielcc » Dienstag 10. März 2026, 15:45

Wenn dann aber bei aller schönstem Wetter das erste Gruppenspiel der WM gegen Usbekistan läuft, dann sitzen 15 Mio im Wohnzimmer am TV. So einfach ist das. Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Kino hat bei Deutschen keine Prio. DAS ist das Problem.

Übrigens müssen wir ja nicht mit den USA vergleichen. Es reicht ja der Blick zu unserem großen westlichen Nachbarn um zu sehen, dass man dort konsequent mehr ins Kino geht. Ob dort - bei gleich viel Sonne und gleich viel Schnee - das Wetter ähnlichen Einfluss hat, weiß ich nicht
Zuletzt geändert von danielcc am Dienstag 10. März 2026, 15:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Lativ » Dienstag 10. März 2026, 15:46

Man müsste sich mal Fragen, mit blick in die vergangenheit warum sich der Deutsche Zuschauer von heute so sehr vom damaligen unterscheidet im vergleich zu den Amerikanern und Franzosen wie auch Briten denn damals (50er, 60er) haben wir auch Bockstarke zahlen geschrieben und Faktoren wie Streaming und andere Techn. Ablenkungen sind für alle gleich.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Armand » Dienstag 10. März 2026, 18:43

Irgendwer hat hier geschrieben, dass für Cineasten das Wetter keine Rolle spielt und diese immer in einen Film gehen. Ich würde mich mit durchschnittlich 80 Kinobesuchen pro Jahr seit über 20 Jahren schon als Cineasten bezeichnen und bei mir spielt das Wetter eine Rolle. Es kommt nicht von ungefähr, dass Januar und Februar aktuell bei mir die Besucherstärksten Monate sind. Da schaue ich mir dann halt auch viele Programmkinofilme um 17:30/18:00 Uhr an und andere Filme von den vorher schon fast sicher ist, dass sie nicht mehr als eine 6,x von mir als Note bekommen. Jetzt speziell heute waren hier aber 17 Grad und Sonne pur, da bin ich lieber mit kurzen Hosen an den See gegangen, als um 16:30 in Hoppers.
Meines Erachtens ist nicht das Wetter das Problem, sondern dass man dem Wetter kaum noch ausweichen kann. Früher war es mal normal, dass es unter der Woche 4 Kinoschienen gab (15:00, 17:30, 20:00, 22:30 +-30 Minuten). Wenn ich an meine Jugend denke und wie wir nach der Schule in Jurassic Park, Independence Day, Star Trek – Erster Kontakt etc. gelaufen sind, dass war quasi immer in der 15 Uhr Vorstellung. Später, als junger Erwachsener, war ich dann fast ausschließlich in der Spätvorstellung, weil wir anders keine Zeit hatten um gemeinsam zu schauen. Ohne die 4 Schienen, und mit heutigen Verhältnissen, wo die meisten Filme nur noch 17+20 Uhr laufen, wäre ich wahrscheinlich kein Kinojunkie geworden.
Animierte Filme wie eben Hoppers, stehen bei mir quasi nie auf der Must-See Liste (Filme die ich egal wann schaue), die nehme ich dann eben mit wenn es zeitlich passt und ich sowieso in der Nähe eines Kinos bin. Früher habe ich mehr davon geschaut, eben auch, weil Filme wie Ice Age in der Spätvorstellung liefen. Den einzigen US animierten Film, den ich mir die letzten 3 Jahre im Kino angeschaut habe, war Zoomania 2, der lief in der Woche vor Weihnachten, wie viele andere, halt auch ausnahmsweise in der Spätvorstellung.
Genauso wie ich bei gutem Wetter halt lieber raus gehe, habe ich Schlechtwettertage früher fürs Kino genutzt und konnte so dann auch Filme am Nachmittag nachholen. Das geht jetzt leider nicht mehr, da quasi nur noch Kinderfilme in der Nachmittagsschiene laufen und viele Kinos sogar nur noch 2 mal am Tag bespielt werden. Früher kamen quasi alle Filme, die in Marks Startliste in der Mainstream Spalte stehen, auch um 15 Uhr. Heute Abseits der Familienfilme und der 2-3 Megablockbuster pro Jahr, nur noch gefühlte 10%. Selbst im Mathäser, da läuft ein Film dann halt 2 mal um 17 Uhr, einmal davon OV, und 3 mal um 20 Uhr.
Ein weiteres großes Problem ist für mich die Lage der Kinos. Viele Innenstadtkinos und Stadtteilkinos mussten schließen und etliche neuere Plexe sind irgendwo am Arsch der Welt, wo der Baugrund billig war. Dieses ist natürlich ungünstig, weil zum einen keine Fußläufigkeit mehr gegeben ist, man also auf, zumeist das Auto angewiesen ist. Ich finde das Spritpreisargument zwar lächerlich, weil es selbst bei 30km zum Kino, vielleicht 1 Euro unterschied ausmacht, bin mir aber der psychologischen Komponente bewusst. Durch die fehlende Nähe, fehlt es sicherlich an Spontanbesuchern, zudem gibt es das Werbeproblem. Bei städtischen Kinos, ist man halt mal vorbei gegangen und hat dann ein Plakat, von einem Film der einen interessiert gesehen und wurde so mal wieder aufs Kino aufmerksam. Bei reinen Industriegebietskinos, sehen die Plakate dann nur die Leute, die sowieso ins Kino gehen.
An der Stelle muss ich übrigens darauf hinweisen, dass Innenstadtkinos oftmals nicht wegen schlechter Auslastung schließen mussten, sondern sich nach Eigentümerwechsel der Immobilie die gestiegenen Mietkosten nicht mehr leisten konnten. Braucht man sich nur mal München anschauen, da gab es vor kurzem auch einen Spiegel Artikel über das Filmtheater am Sendlinger Tor, dass schließen musste weil der neue Inhaber 20000 Euro Miete im Monat haben wollte, für ein Einsaalkino! Oder die Kinos Münchner Freiheit musste trotz guter Zahlen schließen, weil ein gewisser Immobilienspekulant Benko, die Kellerräume vom Galeria ausbauen musste.
Wieso ist das in den USA alles anders, nunja, weil bis auf wenige Städte, es keine Innenstädte gibt. Durch die menschenfeindliche und autofreundliche Stadtplanung, spielt sich da viel um die Malls ab und viele der Megaplexe stehen direkt neben einer oder sind direkt integriert. Da wird dann halt der Wochen/Monatseinkauf mit einem Kinobesuch verbunden. Da fragt man sich dann halt nicht bei schönem Wetter ob man rausgeht, wenn der Kühlschrank leer ist, muss man einkaufen und wenn man schonmal da ist, nimmt man auch mal einen Kinobesuch mit.
Ich finde dieses amerikanische Modell nicht erstrebenswert, wir sollten lieber wieder dafür sorgen, dass wir mehr Kinos in die Innenstädte bekommen und Stadtteilkinos wieder reaktiviert bekommen.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von danielcc » Dienstag 10. März 2026, 19:12

Puh, da möchte ich gerne einiges zu sagen:

- Spritpreise: Halte ich für ein absurdes Argument. Die meisten Deutschen wohnen in Städten, und dank Deutschlandticket (was praktisch jeder hat der auf ÖPNV angewiesen ist) war Fahren nie so günstig wie seit Corona bzw. ein Kinobesuch kostet genau Null mehr. Selbst bei denen die auf dem Land 15km ins Kino fahren müssen (so war es in meiner Jugend), wovon reden wir? Wir reden davon, dass die Deutschen im Schnitt 1-2 im Jahr ins Kino gehen, und sich dann immer noch die Fahrt teilen können. Also ehrlich...

- Wetter: Während ein punktueller Einfluss ja durchaus gegeben sein kann, wird viel zu wenig darüber gesprochen, dass sich dieser Effekt auf einen Film bezogen ja immer ausgleichen kann/muss. Oder anders gesagt: Wie oft kommt es vor, dass ganz Deutschland flächendeckend über 4 Wochen unter einer Schneedecke liegt bzw. es 30 Grad sind. Nie! Also, wer in einen Film will, kann das immer tun

- Eingeschränkte Verfügbarkeiten. Da weiß ich ehrlich gesagt nicht, wo du wohnst. In meiner Stadt gibt es X Multiplexe die völlig sinnfrei ständig ab 11 Uhr oder 14 Uhr Vorstellungen haben, die meist komplett leer sind. Selbst mein Dorfkino aus der Jugend bietet die meisten Filme zu allen Uhrzeiten an. Außerdem gilt wieder: Die meisten Deutschen gehen am Wochenende ins Kino, mindestens da gibt es immer 15 Uhr und 22 Uhr Schienen. Wieder gilt: Wer einen Film sehen will, kann ihn sehen

Man kann diese Argumente übrigens auch für zig andere Freizeitaktivitäten anwenden, und wird sehen, dass sie dort nicht ziehen:
- Es gibt Tausende Fussballstadion im Land, oft weit ab vom Stadtkern, wo jeder mit dem Pkw hin muss, noch fürs Parken zahlen muss, und dennoch sind sie bei Regen und Schnee und Hitze voll!
- Die Menschen scheinen immer mehr Geld für Live Konzerne ausgeben zu wollen. Von den Hunderten Festivals ganz zu schweigen, die auch bei Regen voll sind
- Sämtliche "all-you-can-eat" Chinesen die ich kenne sind gefühlt jeden Tag rund um die Uhr voll mit Familien die da für 19EUR pro Person zuschlagen
- Ähnlich teure Events wie Escape Room, Lasertag,... boomen seit Jahren


Ich bleibe dabei: Die Branche schafft es nicht den Menschen den Wert des Kinos "anzuerziehen". Für den Deutschen reicht der Mehrwert eines Kinobesuchs nicht, um den Aufpreis ggü dem Heimkino zu rechtfertigen. Da sind die Ticketpreise selbst nur ein Teil des Problems. Wenn ich pro Person für Nachos mit einem großen Getränk noch mal genau so viel drauflege, dann fragt sich doch jeder: Warum nicht paar Wochen warten und das zuhause mit allen Freunden kostenlos genießen

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von chris » Dienstag 10. März 2026, 22:39

Lativ hat geschrieben: Dienstag 10. März 2026, 15:46 Man müsste sich mal Fragen, mit blick in die vergangenheit warum sich der Deutsche Zuschauer von heute so sehr vom damaligen unterscheidet im vergleich zu den Amerikanern und Franzosen wie auch Briten denn damals (50er, 60er) haben wir auch Bockstarke zahlen geschrieben und Faktoren wie Streaming und andere Techn. Ablenkungen sind für alle gleich.
Spannender Aspekt. Wäre interessant zu sehen wie sich die Zahl der Kinobesuche/Einwohner in den verschiedenen Ländern über die letzten 50-60 Jahre verändert haben. Ist da in Deutschland was "verloren" gegangen?

Noch ein Aspekt aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers: Auch nicht zu unterschätzen ist der Faktor Demographie. In den USA leben heute 20% mehr Menschen als 2000, Frankreich und UK haben 10% Bevölkerungszuwachs, während in Deutschland nur ca 2% mehr Menschen leben.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Mattis » Dienstag 10. März 2026, 23:25

chris hat geschrieben: Dienstag 10. März 2026, 22:39
Lativ hat geschrieben: Dienstag 10. März 2026, 15:46 Man müsste sich mal Fragen, mit blick in die vergangenheit warum sich der Deutsche Zuschauer von heute so sehr vom damaligen unterscheidet im vergleich zu den Amerikanern und Franzosen wie auch Briten denn damals (50er, 60er) haben wir auch Bockstarke zahlen geschrieben und Faktoren wie Streaming und andere Techn. Ablenkungen sind für alle gleich.
Spannender Aspekt. Wäre interessant zu sehen wie sich die Zahl der Kinobesuche/Einwohner in den verschiedenen Ländern über die letzten 50-60 Jahre verändert haben. Ist da in Deutschland was "verloren" gegangen?

Noch ein Aspekt aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers: Auch nicht zu unterschätzen ist der Faktor Demographie. In den USA leben heute 20% mehr Menschen als 2000, Frankreich und UK haben 10% Bevölkerungszuwachs, während in Deutschland nur ca 2% mehr Menschen leben.
Die USA haben einen signifikanteren Besucherrückgang als z.B. Deutschland in den letzten 20 Jahren.

USA/Canada hatten zwischen 2001 und 2009 im Schnitt 1,45 Mrd Zuschauer.
2023-2025 waren es noch 826 Mio Zuschauer.
Ein Minus von 43%.

In D gingen 2001-2009 146 Mio Zuschauer in die Kinos.
2023-2025 waren es noch 92,6 Mio.

Ein Minus von 36,6%.

In Frankreich sind die Zuschauerzahlen zwar im Vergleich zu den 2010er-Jahren rückläufig, allerdings sind sie zu den 2000er-Jahren nicht wirklich signifikant gefallen.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von Lativ » Mittwoch 11. März 2026, 05:09

chris hat geschrieben: Dienstag 10. März 2026, 22:39 Spannender Aspekt. Wäre interessant zu sehen wie sich die Zahl der Kinobesuche/Einwohner in den verschiedenen Ländern über die letzten 50-60 Jahre verändert haben. Ist da in Deutschland was "verloren" gegangen?

Noch ein Aspekt aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers: Auch nicht zu unterschätzen ist der Faktor Demographie. In den USA leben heute 20% mehr Menschen als 2000, Frankreich und UK haben 10% Bevölkerungszuwachs, während in Deutschland nur ca 2% mehr Menschen leben.
Die Antwort liegt irgendwo in der Gesellschaftlichen Entwicklung.

Man müsste, wenn das denn möglich wäre, z.b. die Streamingzahlen der genannten Länder miteinander vergleichen ob sehen ob da ein eklatanter unterschied auszumachen ist.
Bis in die 00er Jahre war das ja alle noch sehr zufriedenstellend was das Kino betrifft.

Wir hatten mal vor Urzeiten, und das betraf nur ein Genre zum Thema Animationsfilme das heute ein Bild in Deutschland entstanden sind das sie ausschließlich etwas für Kinder sind. Diese Diskussion glaube ich kam zum Thema Toy Story auf nur wie ist dann der Erfolg von bspw. Inside Out zu erklären ?
Dasselbe ist es mit Rom-Com's, früher für alle finden heute die Ladys Nights statt und da verirrt sich ein Mann nicht gerne rein, also ist er ausgeschlossen. Glaube nicht das man sich damit einen gefallen getan hat alles zu sondern. Dasselbe, ganz anderer bereich ist ja im TV entstanden als früher das Kinder und Erwachsenenprogramm auf einem Sender Lief, tags Kinder, abends Erwachsenenprogramm bevor man das ausgekoppelt hat und die Kinder mit eigenen Sendern in ihre Ecke verbannte. Werbung genauso, heute gibt es bei den großen Sendern so gut wie keine Werbung mehr für Kinderspielzeug, die findest du nur noch auf den Kindersendern.

Ja das ist schon so eine Entwicklung, ich mein (Ironie an) natürlich ist es besser alternativ heute das sich Sender Tagsüber lediglich noch als Abspielplattformen präsentieren und von morgens bis Abends Two and a Half Men, Big Bang Theory und Simpsons sowie div. Krimiserien fast in Endlosschleifen Senden statt dem Kinderprogramm (Ironie aus).

student a.d.
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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von student a.d. » Mittwoch 11. März 2026, 08:35

Zum Thema Vielgucker agieren unabhängig vom Wetter:

Ich denke da ist schon was dran, so auch bei mir, wenngleich ich auch nicht völlig unbeeinflusst davon ins Kino gehe.

Wenn ich einen Film habe, den ich gerne sehen möchte, gucke ich ihn mir definitiv auch an, selbst wenn draußen Eitel Sonnenschein herrscht. Bei Filmen aber die ich nur aus Verlegenheit gucken würde (weil gerade nichts besseres läuft), oder nur aufgrund meines Kino-Abos, da hat das Wetter dann schon Einfluss, wenn es besonders gut, oder besonders schlecht ist. Aber bei "Must See"-Filmen, oder Werken die dem nahekommen, ist das Wetter draußen mir recht wurscht. Zumal ich dann ja auch eh nicht ganzen Tag im Kino hänge, wenn ich einen einzelnen Film sehe.
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danielcc
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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von danielcc » Mittwoch 11. März 2026, 09:30

Da der Deutsche ja nur 1-2 im Jahr ins Kino geht (wenn überhaupt), würde ich hoffen, dass nicht das auch noch Verlegenheitsbesuche sind :-)

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mercy
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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von mercy » Donnerstag 12. März 2026, 22:21

Das Thema Wetter kann ich auch nicht nachvollziehen. Wir waren Samstag im Park und am Sonntag im Kino. Ich finde, es ist immer eine Ausrede. Als ob die Leute bei "schönem" Wetter täglich grillen oder baden gehen. Wenn die Leute einen bestimmten Film sehen wollen, dann gehen sie auch ins Kino.

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Re: Wetter, Benzinpreise und Co. - Was dem Kino zu schaffen macht.

Beitrag von danielcc » Freitag 13. März 2026, 09:15

So ist es. Wie gesagt, selbst über ein Wochenende müsste sich das eigentlich ausgleicht, allemal aber über die gesamte Kinozeit eines Films.
Wenn es nicht so ist, würde das bedeuten, dass große Teile des Kinopublikums nur planlose Spontanbesucher sind, denen der eigentliche Film egal ist.

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